Mobile Polizeiwache soll Synagoge in Halle schützen

Mobile Polizeiwache soll Synagoge in Halle schützen

Eine mobile Polizeiwache soll künftig die Synagoge in Halle schützen. Diese Polizeiwache sei kurzfristig von der Landespolizei Niedersachsen zur Verfügung gestellt worden, teilte das sachsen-anhaltische Innenministerium am Freitag in Magdeburg mit. Besetzt werde der Posten mit mehreren Beamten der Polizei rund um die Uhr. Es ist die erste mobile Polizeiwache vor einer jüdischen Einrichtung in Sachsen-Anhalt. Nach dem Anschlag auf die Synagoge von Halle war kritisiert worden, dass das jüdische Gotteshaus nicht unter Polizeischutz gestanden hatte.

Die Errichtung solcher Polizeiwachen ist Baustein eines Zehn-Punkte-Maßnahmenpakets, das Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) Anfang dieser Woche vorgestellt hatte. Das Ministerium strebt die Errichtung weiterer Polizeiwachen an. Dazu will das Ministerium ein Investitionsprogramm initiieren. Zudem wird eine Vereinbarung mit den jüdischen Gemeinden über bauliche Sicherheitsmaßnahmen an Synagogen und deren Finanzierung angestrebt.

Stahlknecht sagte, er habe mit Vertretern der jüdischen Gemeinden besprochen, wie der Schutz ihrer Einrichtungen konkret aussehen müsse. Die am Freitag in der Stadt Halle erfolgte Maßnahme erhöhe deutlich sowohl Sichtbarkeit als auch Ansprechbarkeit von Polizei vor Ort, sagte er.

Bei dem rechtsextremistischen Anschlag am 9. Oktober in Halle wurden eine 40 Jahre alte Frau und ein 20 Jahre alter Mann erschossen. Außerdem verletzte der mutmaßliche Täter Stephan B. zwei weitere Menschen. Schwer bewaffnet hatte er zuvor versucht, in die Synagoge in Halle einzudringen. Zum höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur hatten sich dort 51 Gläubige versammelt.

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