Ein kirchenmusikalischer Quantensprung

Ein kirchenmusikalischer Quantensprung
In jüngerer Zeit sorgte sie mit aufregenden Kunstausstellungen für Aufmerksamkeit, der „evangelische Dom“ in Köln, die südlich des Doms gelegene Trinitatiskirche.

Louise Bourgois. Felix Droese. Oder auch 2007, während des Kirchentags in Köln: Da war Jonathan Meese zu Gast in der Trinitatiskirche. Nur orgelmäßig gesehen war die Trinitatiskirche quasi eine Nullnummer. Bis jetzt.

Wenn am 24. Januar mit einem Gottesdienst die aus Aachen aufgekaufte Klais-Orgel ihren Dienst aufnimmt, dann kann hier zum Konzert aufgespielt werden. Die „Klais-Orgel opus 1643“ stammt aus dem Jahr 1987, kommt aus der Aachener Dreifaltigkeitskirche, weil diese als Gottesdienstort aufgegeben wurde, und klingt phantastisch. „Sie ist ein Quantensprung“, sagt der Kölner Stadtsuperintendent Rolf Domning.

Die Trinitatiskirche, die in diesem Jahr 150 wird, ist die erste eigens für evangelische Gottesdienste im „heiligen“, sprich katholischen Köln gebaute Kirche, errichtet nach Plänen des Schinkel-Schülers Friedrich August Stüler. Die Kirche, die 1942 bis auf die Außenmauern durch Bomben zerstört wurde, ist später wieder aufgebaut worden, für mehr als ein kleines Orgelpositiv reichte es nicht.

Es ist rein sachlich gemeint und klingt auch ein bisschen lustig: Eine Orgel ist keine Mobilie, sondern eine Immobilie. Das sagt Philipp Klais, heutiger Chef der Orgelbauwerkstatt Klais in Bonn, die das Instrument erst gebaut und nun umgezogen hat. 3000 Pfeifen, die kleinsten neun Millimeter, die größten fast fünf Meter – das machte nur einen Teil der Umzugskartons aus. Klais baut in Neuseeland, in China, auch die große Orgel des Kölner Doms hat die Manufaktur aus Bonn errichtet. Ein halbes Jahr hat das Projekt gebraucht von der Planung über den eigentlichen Umzug und die Umwandlung der Trinitatiskirche in eine Baustelle bis zur Fertigstellung.

Eine halbe Million Euro hat die Kölner die neue Orgel gekostet, ohne private Spender und vier große Firmen wäre das Geld nicht zusammen gekommen. In der Festschrift „toccata“ sind beide Themen – das Kirchenjubiläum und die Orgeleinweihung – in zahlreichen Beiträgen näher beleuchtet. Rund 70 Veranstaltungen umfasst das Jubiläumsprogramm, das logischerweise einen Schwerpunkt bei der Orgel legt.

Von der Dreifaltigkeitskirche in die Trinitatiskirche: Im Einweihungsgottesdienst am 24. Januar, spielt Prof. Johannes Geffert, international renommierter Professor für Orgel und Improvisation an der Musikhochschule Köln und einst in jungen Jahren Kirchenmusiker in Aachen, spielt dann ein eigens für die neue Orgel komponiertes Werk. Darin nimmt der Komponist Michael Ostrzyga das zentrale Motiv auf. Das Stück heißt „Trinity“.

evangelische Kirche in Köln und Umgebung: www.kirche-koeln.de

das Festprogramm im Internet: www.trinitatis2010.de

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