Nahostkonflikt: Jerusalemer Propst sieht auch Hoffnungszeichen

Nahostkonflikt: Jerusalemer Propst sieht auch Hoffnungszeichen
Trotz der militärischen Eskalation zwischen Israelis und Palästinensern gibt es nach den Worten des deutschen evangelischen Propstes in Jerusalem, Wolfgang Schmidt, auch Zeichen der Hoffnung in der Konfliktregion.

So hätten sich Angehörige der getöteten jüdischen und arabischen Jugendlichen bei einem Telefonat gegenseitig ihre Anteilnahme ausgesprochen und ein Beileidsbesuch der drei jüdischen Familien bei der Familie des arabischen Opfers verabredet, schreibt Schmidt in der Berliner Wochenzeitung "Die Kirche" (Ausgabe 13. Juli).

Als Mitverursacher für den jüngsten Konflikt sieht der Propst die rechtsnationale Siedlerbewegung auf israelischer Seite. Sie setze alles daran, die Zwei-Staaten-Lösung vollends unmöglich zu machen und der palästinensischen Bevölkerung die letzte Hoffnung auf eine künftige Selbstbestimmung zu rauben, schreibt Schmidt.

Israelische Freunde beklagten zudem eine nationalistische Einstellung, die sich zunehmend in ihrem Land breitmache und Minderheiten keinen Raum zum Leben lasse.

Nach der Entführung und Ermordung der drei jüdischen Jugendlichen sowie dem folgenden Mord an dem jungen Palästinenser war der Nahostkonflikt in den vergangenen Tagen eskaliert. Die israelische Armee ging gewaltsam gegen Ziele im Gazastreifen vor, von dort wurden zahlreiche Raketen auf Jerusalem, Tel Aviv und andere Städte in Israel abgefeuert.

Schmidt ist höchster Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Israel und leitet die deutsche evangelische Gemeinde in Jerusalem. Sie hat ihren Sitz in der dortigen Erlöserkirche.

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