Romani Rose: Deutschland muss mehr für den Erhalt von Gräbern NS-Verfolgter tun

Pk mit Vorsitzenden der Sinti und Roma

Foto: dpa/Florian Schuh

Romani Rose: Deutschland muss mehr für den Erhalt von Gräbern NS-Verfolgter tun
Der Vorsitzende des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, sieht Politiker von Bund und Ländern in der Pflicht, mehr für den Erhalt der Grabstätten von Sinti und Roma zu tun.

"Die Bundesregierung und die Länder haben das Rahmenübereinkommen zum Schutz nationaler Minderheiten unterzeichnet. Der Erhalt der Gräber ist ganz klar ein Bestandteil davon", sagte Rose dem Evangelischen Pressedienst (epd). Sie seien auch Erinnerungsorte an die Opfer des Holocaust.


Viele Sinti- und Roma-Familien sähen sich mit dem Problem konfrontiert, dass die Grabstätten nach Ablauf der üblichen Ruhefristen auf den Friedhöfen abgeräumt werden sollten. Doch oft handele es sich dabei auch um Familiengedächtnisstätten. "In ihnen liegen Überlebende des Holocaust. Wenn jemand als Einziger seiner Familie aus Auschwitz oder einem anderen Konzentrationslager zurückgekommen ist, dann ist sein Grab auch Gedenkstätte für all die anderen Opfer, von denen es keine Spuren mehr gibt", sagte Rose. Am Donnerstag wollen Vertreter des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma und des Bundesrates die Lage erörtern.

Betroffen seien maximal 3.500 Gräber in Deutschland, erklärte Rose. Man könne diese unter Denkmalschutz stellen oder in Dauer- oder Ehrengräber umwandeln. Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma habe für dieses Anliegen bereits zahlreiche Gespräche geführt und vonseiten aller Länder viel Verständnis erfahren, sage Rose. "Trotzdem ist es bisher zu keinem Beschluss gekommen, in dem gesagt wird: Bund und Länder übernehmen die Gräber in staatliche Obhut." 

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