Debatte um Mindestlohn-Ausnahmen hält an

Debatte um Mindestlohn-Ausnahmen hält an
Auch nach der ersten Beratung des Bundestages über den Gesetzentwurf zum Mindestlohn dauert die koalitionsinterne Debatte um die Ausnahmen an. Der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses im Bundestag, Peter Ramsauer (CSU), forderte in der "Welt am Sonntag" "massive Veränderungen" am Entwurf von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD).

"Für Rentner, Praktikanten und studentische Hilfskräfte kann der Mindestlohn ebenso wenig gelten wie für Zeitungsausträger. Es muss nachverhandelt werden", sagte Ramsauer."Ich bin nicht bereit, den Entwurf von Frau Nahles einfach abzunicken", sagte der CDU-Politiker Michael Fuchs, stellvertretender Vorsitzender der Unionsfraktion. Er halte es für falsch, den Mindestlohn mit 18 Jahren beginnen zu lassen. "Da werden junge Leute in die gefährliche Richtung gelenkt, auf eine Ausbildung zu verzichten und eine Hilfsarbeit zum Mindestlohngehalt anzunehmen", sagte Fuchs der "Welt am Sonntag".

Auch der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo, kritisierte die Altersgrenze von 18 Jahren als zu niedrig. Es dürfe für junge Menschen nicht attraktiver sein, irgendeinen Job anzunehmen, anstatt eine Lehre zu machen, sagte Grillo der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" (Samstagsausgabe).

Der Gesetzentwurf zum Mindestlohn war am Donnerstag in erster Lesung im Bundestag beraten worden Nach dem Willen der großen Koalition soll zum 1. Januar 2015 ein flächendeckender gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 Euro eingeführt werden.  Bestimmte Branchen sollen bis Ende 2016 die Möglichkeit haben, spezifische Übergangsregelungen zu finden. Künftig soll dann eine unabhängige Kommission aus Arbeitgeber- und Gewerkschaftsvertretern über die Entwicklung des Mindestlohns beraten.

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