Stephan Burger wird neuer Erzbischof von Freiburg

Stephan Burger ist neuer Erzbischof von Freiburg

Foto: dpa/Felix Kästle

Stephan Burger wird neuer Erzbischof von Freiburg
Der Domkapitular Stephan Burger wird neuer Erzbischof von Freiburg. Papst Franziskus ernannte am Freitag den 52-jährigen Kirchenrechtsexperten und Seelsorger zum Nachfolger von Robert Zollitsch, wie der Vatikan und das Erzbistum zeitgleich mitteilten

Burger, der seit 2007 das Kirchengericht der Erzdiözese leitet, gehört dem Domkapitel erst seit September 2013 an. Zollitsch war seit 2003 Erzbischof von Freiburg und geht nun mit 75 Jahren in den Ruhestand.

Die Bischofsweihe und Amtseinführung von Burger ist für den 29. Juni im Freiburger Münster geplant. Kurz nach der Bekanntgabe der Wahl und der Ernennung Burgers läuteten im gesamten Erzbistum die Glocken. Der Wahlspruch des künftigen Erzbischofs lautet: "Christus in cordibus" ("Christus in den Herzen"). In einem ersten Statement betonte Burger, das neue Amt bedeute für ihn, "nicht abgehoben im Amtszimmer" zu leben, sondern bei den Menschen zu sein.

Burger wurde 1962 in Freiburg geboren. Nach dem Studium der Philosophie und Theologie in Freiburg und München wurde er 1990 zum Priester geweiht. Nach Vikarsjahren in Tauberbischofsheim und Pforzheim wurde er 1995 Pfarrer in St. Leon-Rot nahe Heidelberg. Zusätzlich zu seinem Dienst als Pfarrer absolvierte Burger von 2004 bis 2006 ein Aufbaustudium am Kanonistischen Institut der Universität Münster.

Marx und Fischer gratulieren

Neben seinen dienstlichen Aufgaben am Kirchengericht des Erzbistums ("Offizialat"), in dem Ehe-Annullierungen den großen Teil der Arbeit ausmachen, ist er bisher als Seelsorger am Kaiserstuhl tätig. Er wohnte auch nach seiner Ernennung zum Domkapitular im Pfarrhaus in Vogtsburg-Burkheim (Kaiserstuhl), der größten Weinbaugemeinde in Baden-Württemberg.

Burger folgt auf Zollitsch, der seit 2003 Erzbischof von Freiburg war. Im September 2013 hatte Papst Franziskus Zollitschs altersbedingten Amtsverzicht angenommen und ihn zum Apostolischen Administrator des Erzbistums ernannt. Zollitsch war zudem seit 2008 Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. In diesem Amt folgte ihm im März 2014 der Münchner Kardinal Reinhard Marx nach.

Marx gratulierte am Freitag dem künftigen Erzbischof Burger: "In Ihrer Person hat der Heilige Vater eine gleichermaßen in der Seelsorge und im Erzbischöflichen Ordinariat erfahrene Persönlichkeit berufen", schrieb Marx an Burger. "Ich bin mir sicher, dass Ihre reiche pastorale Erfahrung, die soliden kirchenrechtlichen Kenntnisse und die damit verbundene Vertrautheit mit der kirchlichen Verwaltung hilfreich sind für die kommenden Aufgaben als Erzbischof von Freiburg", betonte Marx.

Der scheidende badische evangelische Landesbischof Ulrich Fischer gratulierte Burger zu seiner Ernennung. Fischer äußerte die Hoffnung, dass sich das Vertrauensverhältnis der Kirchenleitungen auch auf die Zusammenarbeit des neuen Erzbischofs mit dem neuen evangelischen Landesbischof übertrage. An der Spitze der Evangelischen Landeskirche in Baden kommt es bereits an diesem Sonntag zu einem Wechsel: Landesbischof Fischer wird verabschiedet und Jochen Cornelius-Bundschuh als Nachfolger eingeführt.

Die Erzdiözese Freiburg gehört mit fast zwei Millionen Katholiken zu den größten deutschen Bistümern. Der Freiburger Erzbischof ist auch Metropolit der Oberrheinischen Kirchenprovinz, zu der auch die Diözesen Mainz und Rottenburg-Stuttgart gehören. Der Freiburger Erzbischof wird bei der Leitung der Diözese von drei Weihbischöfen und dem Domkapitel unterstützt. Dessen Mitglieder hatten aus einem Dreiervorschlag des Papstes Burger zum neuen Erzbischof gewählt, bevor er nun am Freitag von Franziskus ernannt wurde.