Kirchenasyl: Zwei Eritreer fanden Zuflucht in Frankfurter Kirchengemeinde

Kirchenasyl: Zwei Eritreer fanden Zuflucht in Frankfurter Kirchengemeinde
Die evangelische Kirchengemeinde Cantate Domino bietet seit Ende April einem jungen Paar aus Eritrea Kirchenasyl. Den beiden droht die Abschiebung nach Italien.

Wie die Zeitung "Evangelisches Frankfurt" in ihrer Online-Ausgabe berichtet, halten sich der 26 Jahre alte John und die 29 Jahre alte Eteinesh seit 30. April in der Kirche im Frankfurter Norden auf. Die Gemeinde Cantate Domino war durch die spontane Aufnahme von 22 Männern aus afrikanischen Ländern im November vergangenen Jahres bekannt geworden. Die "22" waren jedoch nicht von Abschiebung bedroht, sie können sich frei in Deutschland bewegen.

Das Paar aus Eritrea dagegen versucht, die Zeit bis zum 28. August in der Kirche zu überbrücken. Danach können die beiden nach Angaben von "Evangelisches Frankfurt" einen Asylantrag in Deutschland stellen. Neben dem Paar in Cantate Domino genießt ein weiterer junger Eritreer Kirchenasyl in den Räumen der Kirchengemeinde Am Bügel, ebenfalls im Norden der Stadt Frankfurt. Beides sind so genannte "Dublin II"-Fälle: Die Flüchtlinge mussten ihren Asylantrag in dem Land stellen, in dem sie zuerst angekommen waren. Asyl in Deutschland ist ihnen damit zunächst verwehrt. Die Kirchen bieten ihnen Schutz vor dem Zugriff der Behörden.

Evangelischen Kirchengemeinden in Frankfurt setzen sich seit dem vergangenen Jahr verstärkt für Flüchtlinge ein. Die Stadtsynode hat am 31. März eine Resolution verabschiedet, in der sie auf das biblische Gebot der Aufnahme von Fremden (3. Mose19,33f und Matthäus 25,35) hinweist und die Stadt und ihre Bürger zu mehr Hilfe für Flüchtlinge aufruft.