Rotes Kreuz: Taifun-Opfer auf den Philippinen unterversorgt

Sechs Monate nach «Haiyan»

Foto: dpa/Girlie Linao

Rotes Kreuz: Taifun-Opfer auf den Philippinen unterversorgt
Sechs Monate nach Taifun Haiyan droht den Philippinen nach Angaben des Roten Kreuzes eine neue Katastrophe.

"Die Taifunsaison beginnt Mitte Mai, und eine Million Menschen haben noch kein Dach über dem Kopf", sagte der zuständige Regionaldirektor der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegungen (IFRC), Jagan Chapagain, am Montag in Genf. 100.000 Menschen lebten bis heute in Zelten. "Selbst ein durchschnittlicher Taifun kann in dieser Situation schwerwiegende Folgen haben."

Der Wiederaufbau in der Region Visayas im Zentrum der Philippinen zeige aber auch Erfolge, betonte Chapagain. Mehr als eine Million Menschen seien bisher mit dem Nötigsten versorgt worden. Der Vorsitzende des philippinischen Roten Kreuzes, Richard Gordon, sagte, 8.000 Freiwillige seien in dem Gebiet im Einsatz. Gerade in entlegeneren Regionen sei der Bedarf an Hilfe aber immer noch groß. "In den kommenden drei Jahren planen wir deshalb ein Wiederaufbauprogramm mit einem Volumen von mehr als 260 Millionen Euro." Davon müssten mehr als 40 Millionen Euro noch durch Spenden gedeckt werden.

Erschwert werde der Wiederaufbau auch durch die Unsicherheit über kommende Taifune vom Ausmaß Haiyans. "Manche Klimaforscher sagen uns, so ein Taifun kommt nur alle fünfzig Jahre vor, aber andere sind weniger optimistisch", sagte Gordon. "Vor Ort beobachten wir wechselnde Muster, und generell werden die Taifune stärker." In der Konsequenz müssten Menschen, die ihr Leben in Sichtweite der Küste gelebt hätten, ins Landesinnere umgesiedelt werden. Dies sei ein schwieriger Prozess, der nur mit mehr Unterstützung der philippinischen Regierung denkbar sei.

Der Taifun Haiyan hatte die Philippinen im November vergangenen Jahres erreicht und schwere Zerstörungen angerichtet. Die Zahl der Opfer wird offiziell mit 6.340 angegeben. 16 Millionen Menschen waren von den Folgen des Sturms betroffen. Mit Spitzengeschwindigkeiten von 315 Kilometern pro Stunde gilt Haiyan als einer der schwersten in der Pazifikregion jemals gemessenen Wirbelstürme.

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