Karl-May-Museum will Skalps behalten

Karl-May-Museum will Skalps behalten
Native Americans forderten im März vom Karl-May-Museum im sächsischen Radebeul Skalps zurück. Das Museum beschloss zwar, keine menschlichen Überreste in der Ausstellung mehr zu zeigen, will die Skalps aber nicht zurückgeben. Die Indianer wollen das nicht akzeptieren.

"Es ist nicht akzeptabel, dass diese menschlichen Überreste in einem Depot gelagert werden, statt sie für eine angemessene Bestattung wieder in die Erde zu überführen", sagten Angehörige des Sault Tribe aus dem US-Bundesstaat Michigan laut Mitteilung der Organisation Survival International. "Wir werden weiterhin auf eine Rückführung hinwirken, denn dies ist die einzige akzeptable Lösung", sagte Cecil Pavlat vom Sault Tribe.

Das Museum hatte in einem Antwortschreiben die Rückgabe an den Stamm verweigert. Museumsleiterin Claudia Kaulfuß argumentiert, die Herkunft des Skalps sei nicht erwiesen. Ob er den Vorfahren des besagten Stammes gehört habe, sei nicht eindeutig zu klären. Dem Karl-May-Museum liege keine wissenschaftliche Prüfung zur Echtheit vor.

Zudem habe das Museum den Skalp rechtmäßig erworben: Patty Frank, der erste Direktor des Museums, hatte ihn dem Stamm 1904 auf einer Reise durch Amerika für 1100 Dollar, zwei Flaschen Whiskey und eine Flasche Brandy abgekauft.

"Das Museum kann sich nicht einfach hinter der Tatsache verstecken, dass der exakte Ursprung der Skalps unklar ist", entgegnete Stephen Corry, Direktor von Survival International. Das Museum solle wenigstens versuchen, die Herkunft zu klären. "Fest steht, dass Native Americans die Rückgabe wollen, damit die menschlichen Überreste eine respektvolle Bestattung erfahren, statt in einem Schrank im Museumsdepot verwahrt zu werden."

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