Katholische Kirche in Venezuela warnt vor totalitärem System

Katholische Kirche in Venezuela warnt vor totalitärem System
Die katholische Kirche in Venezuela wirft Präsident Nicolás Maduro vor, ein totalitäres System errichten zu wollen.

In einer am Mittwoch (Ortszeit) veröffentlichen Erklärung machte die venezolanische Bischofskonferenz die Regierung für die gewaltsamen Zusammenstöße bei den Protesten verantwortlich, die das Land seit knapp zwei Monaten in Atem halten. Die Studenten und alle anderen Demonstranten "machen von ihrem legitimen Recht Gebrauch und verdienen Respekt", erklärte der Präsident der Bischofskonferenz, Erzbischof Diego Padrón.


Der Regierung warf er Repression, Folter und die juristische Verfolgung von kritischen Abgeordneten und Bürgermeistern vor. Die Einschränkungen von bürgerlichen Rechten, vor allem der Informations- und Meinungsfreiheit, sowie das Fehlen von Rechtsstaatlichkeit bereiteten den Weg zu einem totalitären System. Die Bischöfe warnten vor einer Gewaltspirale.

Erst vor wenigen Tagen hatte der Vatikan angeboten, in dem Konflikt zu vermitteln. Die gewaltsamen Proteste haben bisher 39 Menschen das Leben gekostet, mehr als 550 wurden offiziellen Angaben zufolge verletzt.

In einem Beitrag für die "New York Times" (Mittwochsausgabe) warf Präsident Maduro ausländischen Medien eine "verzerrte Darstellung der Realität" in Venezuela vor. Der Präsident sprach erneut von einem Komplott gegen seine demokratische gewählte Regierung. Der US-Regierung hielt er vor, die Opposition mit Millionen US-Dollar zu unterstützen.

Er appellierte, die derzeit im Kongress diskutierten Sanktionen gegen Venezuela nicht umzusetzen. Jetzt sei der "Moment des Dialogs und der Diplomatie"
gekommen, schrieb Maduro weiter. Er habe die Regierung von US-Präsident Barack Obama kontaktiert und die erneute Entsendung von Botschaftern vorgeschlagen.
Venezuela und die USA hatten im Juli vergangenen Jahres ihre diplomatischen Beziehungen auf Eis gelegt.

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