Das Jahr 2014 in den Kirchen: Sozialwort und Bischofswechsel

Kirche 2014

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Ein Ausblick auf 2014 - es wird ein bewegtes Jahr für die Kirchen werden.

Das Jahr 2014 in den Kirchen: Sozialwort und Bischofswechsel
2014 zeichnet sich als ein ereignisreiches Jahr für die beiden großen Kirchen ab: Das evangelische Zukunftsforum im Ruhrgebiet und der Katholikentag in Regensburg sowie eine ganze Reihe personeller Veränderungen stehen an. Mit dem Themenjahr Reformation und Politik rückt das Reformationsjubiläum 2017 näher. Doch die Verständigung über den Ablauf und die Ziele der Jubiläumsfeiern ist in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) noch nicht abgeschlossen.

"Es ist noch nicht sehr klar, was 2017 stattfinden soll", sagte die neue Präses der EKD-Synode, Irmgard Schwaetzer, in einem Interview über den Stand der Vorbereitungen. Zwar gebe es "viele Pläne und Vorbereitungen", aber in der Kirche sei noch "viel zu tun, um all das zu kommunizieren und zu ordnen". Auch bei den grundlegenden Botschaften zum Reformationsjubiläum sieht die Synodenpräses noch Handlungsbedarf. Bei der katholischen Bischofskonferenz wird eine Projektstelle "Ökumene vor dem Reformationsgedenken 2017" eingerichtet.

Nach dem Streit über das evangelische Familienpapier, das im zurückliegenden Jahr viele kritische Reaktionen ausgelöst hatte, ist bereits für Januar 2014 ein weiterer EKD-Text angekündigt. Die Kammer für Öffentliche Verantwortung hat sich mit dem Bundeswehreinsatz in Afghanistan befasst und diesen im Licht der Friedensdenkschrift von 2007 bewertet. Dieses Papier soll am 27. Januar bei einer Fachtagung in Berlin vorgestellt werden.

Neue Zahlen über Kirchenmitglieder

Noch offen ist, wann die neue evangelisch-katholische Sozialinitiative präsentieren wird. Dieser Text wird dem Vernehmen nach stärker als das gemeinsame Sozialwort der Kirchen von 1997 die Aspekte internationaler Gerechtigkeit und ökologisch-sozialer Nachhaltigkeit berücksichtigen.

Im März werden erste Befunde einer neuen Erhebung der EKD zur Kirchenmitgliedschaft erwartet. Seit 1972 gibt es in der evangelischen Kirche jeweils im Abstand von rund zehn Jahren repräsentative Erhebungen, die über das Verhältnis evangelischer Christen zur Kirche Auskunft geben. Anspruch der Untersuchung ist es, ein möglichst umfassendes Bild kirchlicher Wirklichkeit zu erhalten.

In der EKD und den Landeskirchen stehen 2014 überdies einige personelle Wechsel an. Bereits zum 1. Januar übernimmt die bisherige rheinische Vizepräses Petra Bosse-Huber das Amt des Auslandsbischofs von Martin Schindehütte, der in den Ruhestand geht. Noch offen ist die Personalie evangelischer Militärbischof. Der Berliner EKD-Bevollmächtigte Martin Dutzmann übt dieses Nebenamt, das er seit 2008 innehat, vorübergehend weiter aus. Der neue evangelische Militärbischof soll nach dem Willen der EKD im Hauptamt tätig werden.

Neue Bischöfe und neue Kirchenbezirke

Im Frühjahr tritt Dietmar Arends das Amt des Landessuperintendenten der Lippischen Landeskirche an. Mitte des Jahres wechseln die Landesbischöfe von Baden und Braunschweig, Ulrich Fischer und Friedrich Weber, in den Ruhestand. Als Nachfolger stehen für Karlsruhe Jochen Cornelius-Bundschuh und in Braunschweig Christoph Meyns fest. Neuer Catholica-Beauftragter der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands wird im Frühjahr Bischof Karl-Hinrich Manzke von der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Schaumburg-Lippe.

Auf der Ebene der Landeskirchen stehen keine weiteren Zusammenschlüsse an. Allerdings geht die Gebietsreform auf der mittleren Ebene weiter. In der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau sollen in den nächsten neun Jahren die bisherigen 47 Dekanate zu 25 größeren Kirchengebieten umgebaut werden. Ebenfalls bis 2022 will die Evangelische Kirche der Pfalz die Zahl der Kirchenbezirke von derzeit 19 durch Fusionen auf maximal zwölf verringern. Die mittlere kirchliche Führungsebene ist auch Adressat eines Zukunftsforums, das für Mai in Wuppertal und im Ruhrgebiet geplant ist. Damit trägt die EKD der Tatsache Rechnung, dass Dekane, Superintendenten und Pröpste für den kirchlichen Reformprozesses auf regionaler Ebene eine Schlüsselstellung einnehmen.

Zentrales Ereignis in der katholischen Kirche ist die Wahl eines neuen Vorsitzenden der Bischofskonferenz. Über den Nachfolger für Robert Zollitsch entscheiden die Bischöfe im März in Münster. Das Rücktrittsgesuch des 75-jährigen Zollitsch als Freiburger Erzbischof hatte der Papst bereits im September angenommen. Für Februar wird mit der Emeritierung des Kölner Erzbischofs Joachim Meisner gerechnet. Neben den schon länger vakanten Bischofssitzen Erfurt und Passau sind dann auch die Erzbistümer Freiburg, Hamburg und Köln neu zu besetzen.

Im Mai findet in Regensburg der 99. Katholikentag statt. Zur Überraschung vieler war die Einladung nach Regensburg vom damaligen Bischof Gerhard Ludwig Müller, heute Präfekt der römischen Glaubenskongregation, ausgesprochen worden.