Protest gegen China: Tibeter zündet sich selbst an

Protest gegen China: Tibeter zündet sich selbst an
Im Osten Chinas hat es nach Angaben von Menschenrechtlern erneut eine Selbstverbrennung eines Tibeters gegeben.

Ein Familienvater habe sich am 3. Dezember in der Ortschaft Meruma in der Provinz Sichuan selbst in Brand gesetzt, teilte die Internationale Tibet-Kampagne am Donnerstag mit. Damit sei die Zahl der Selbstverbrennungen von Tibetern aus Protest gegen die chinesische Herrschaft seit Februar 2009 auf 124 gestiegen.

Der Vater sei Berichten zufolge in Flammen stehend die Straße entlang gerannt und habe "Lang lebe der Dalai Lama" gerufen. Der Exilsender "Radio Free Asia" berichtete, Augenzeugen hätten gesehen, wie der Vater zusammengebrochen sei, die Hände wie zum Gebet gefaltet und weiter gesprochen habe. Ob er noch am Leben ist, ist unklar.

Die Familie des Tibeters ist verschwunden

Seine Ehefrau und weitere Angehörige sind laut der Tibet-Kampagne verschwunden. Es wird vermutet, dass sie von den Behörden festgehalten werden. Den Angaben zufolge waren offenbar schnell bewaffnete Sicherheitskräfte zur Stelle, die den brennenden Mann zu ergreifen suchten. Dabei sei es zu Konfrontationen mit der lokalen Bevölkerung gekommen. Daraufhin hätten Sicherheitskräfte Geschäfte und Restaurants geschlossen und Mobiltelefone konfisziert.

Die Selbstverbrennungen gelten als äußerste Form eines verzweifelten und aufopfernden Protests gegen die chinesische Herrschaft über Tibet. Oft sind es buddhistische Mönche, die sich in Brand stecken. Die Justiz geht in der Regel mit drakonischen Strafen gegen Überlebende, Angehörige und Freunde vor. Ende Januar 2013 wurde ein Tibeter im Zusammenhang mit Selbstverbrennungen zum Tode verurteilt.

Seit der Besetzung durch die chinesische Armee 1950/51 begehren die Tibeter immer wieder auf und fordern Meinungs- und Religionsfreiheit. Ihre Zahl wird heute auf etwa sechs Millionen geschätzt. Bei einem Volksaufstand 1959 floh der Dalai Lama ins indische Exil.

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