NRW-Linke will doch kein Aus für Sankt-Martins-Umzüge

NRW-Linke will doch kein Aus für Sankt-Martins-Umzüge
Die Linke in Nordrhein-Westfalen hat sich vom Vorschlag ihres Landesvorsitzenden Rüdiger Sagel distanziert, die Martinsumzüge künftig umzubenennen.

Dies sei eine Einzelmeinung, zu der es keine Beschlussvorlage der Partei gebe, betonte Landesgeschäftsführer Sascha Wagner am Mittwoch im Deutschlandfunk in Köln. Sagel hatte vorgeschlagen, aus Rücksicht gegenüber muslimischen und anderen nichtchristlichen Kindern statt Sankt Martin künftig "Sonne-Mond-und-Sterne-Feste" zu feiern.

Die Sankt-Martins-Umzüge seien ein breit verankertes Brauchtumsfest in der deutschen Gesellschaft, sagte Wagner. In vielen Stadtteilen beteilige sich seine Partei sogar daran. Denn mit seiner Botschaft vom gerechten Teilen vertrete der katholische Heilige die Politik der Linken. "Wenn Sankt Martin heute noch leben würde, wäre er sicherlich ein Mitglied der Linken."

Die Bundespartei hatte Sagels Vorschlag bereits am Dienstag abgelehnt. "Trennung von Glaube und Staat heißt für Linke nicht, Kitas vorzuschreiben, welche Feste sie wie feiern", sagte ein Sprecher in Berlin. Sankt Martin sei ein interkulturell angenommenes Fest, das alle Kinder anspreche, erklärte die stellvertretende Vorsitzende Sahra Wagenknecht am Mittwoch: "Die Linke will das Fest selbstverständlich nicht abschaffen." Zuvor hatten die beiden großen Kirchen und die CDU den Vorstoß Sagels kritsiert.

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