Limburg: Von Glauben und Glaubwürdigkeit

Bischof Tebartz-van Elst

Foto: dpa/Boris Roessler

Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst steht in der Kritik.

Limburg: Von Glauben und Glaubwürdigkeit
Die Meldungen über den Limburger Bischof Tebartz-van Elst reißen nicht ab. Im hr1-"Zuspruch" vom Samstagmorgen macht sich Pfarrer Hans Erich Thomé Gedanken darüber, was man über die Konfessionsgrenzen hinweg aus den Vorgängen lernen kann.

Auch wenn ich evangelisch bin und mit dem Limburger Bischof nicht direkt zu tun habe, sehe ich doch interessiert, manchmal überrascht, manchmal schockiert, was sich da in Limburg abspielt. Und frage mich, welche Lehren ich als Christ aus diesen Vorgängen ziehen will.

Drei Dinge fallen mir ein. Erstens: Wer glaubt, darf das Rechnen nicht vergessen. Denn der Glaube lässt die Menschen nicht abheben und sie aufsteigen in eine Welt, in der Zahlen und Kosten, Haushaltspläne und Verantwortung vor anderen Menschen keine Rolle mehr spielen. Wer glaubt, sollte mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben und gewissenhaft erfüllen, was er seinen Mitmenschen schuldig ist. Gerade auch denen, die einem vertrauen und Geld zu treuen Händen zur Verfügung stellen.

Pfarrer Hans Erich Thomé. Sein hr1-"Zuspruch" wurde am Samstag um 7.10 Uhr gesendet.

Zweitens: Wer sich ein Projekt vornimmt, das er verwirklichen will, sollte sich immer wieder fragen, ob er noch in der Spur ist, die ihn dem geplanten Ziel  näher bringt. Wer sich korrigieren kann, wer Fehlentwicklungen erkennt und stoppt, muss nicht fürchten, sein Gesicht zu verlieren. Das passiert eher denen, die nach dem Prinzip verfahren "Augen zu und durch" und dabei ihre Ziele verfehlen und ihre Projekte verraten.

Drittens: Der christliche Glaube hat Konsequenzen für die Art und Weise, wie ich lebe und wie ich mit anderen Menschen umgehe. Was ich anderen predige, muss ich auch selbst einlösen. Denn Worte, denen keine Taten entsprechen, sind wirklich nur Schall und Rauch. Deshalb vielleicht meine wichtigste Konsequenz aus den Vorgängen in Limburg: Glauben heißt nicht nur fromm reden, sondern glaubwürdig und verantwortungsvoll handeln.