Erneut Proteste und Ausschreitungen in Brasilien

Erneut Proteste und Ausschreitungen in Brasilien
In Brasilien ist es anlässlich des Unabhängigkeitstages am Samstag erneut zu Massenprotesten gekommen.

In allen großen Städten des Landes gingen Zehntausende auf die Straßen. Die Demonstranten forderten eine Ende der Korruption, weniger Privilegien für Politiker und politische Reformen.

In Rio de Janeiro stürmten teils vermummte Protestler die Militärparade zum Jahrestag der Unabhängigkeit. In der Hauptstadt Brasilia, wo Präsidentin Dilma Rousseff an der Parade teilnahm, gab es zu Tumulte im Regierungsviertel. Nach zumeist friedlichen Demonstrationszügen kam es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei, die Tränengas und Wasserwerfer gegen die Menge einsetzte. Im ganzen Land nahm die Polizei 250 Aktivisten fest, viele Demonstranten wurden verletzt.

Für bessere öffentliche Dienstleistungen

Gruppen wie die Hackergruppe "Anonymous" hatten in sozialen Netzwerken zu Protesten aufgerufen. Soziale Bewegungen veranstalten traditionell am 7. September Kundgebungen unter dem Motto "Schrei der Ausgeschlossenen".

Die Beteiligung an den Demonstrationen war geringer als im Juni, als Hunderttausende für bessere öffentliche Dienstleistungen und gegen Korruption tagelang auf die Straßen gingen. Damals hatte die Politik schnell reagiert, Buspreiserhöhungen zurückgenommen und mehr Geld für Gesundheit und Bildung versprochen. Weitergehende Reformen scheiterten jedoch, wodurch das Misstrauen insbesondere junger Menschen in die Politik weiter zunimmt.

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