Friedensnobelpreisträgerinnen fordern Justiz statt Bomben in Syrien

Behandlung von angeblichen Opfern eines Giftgas-Einsatzes

Foto: dpa/Sana Handout

Friedensnobelpreisträgerinnen fordern Justiz statt Bomben in Syrien
Eine Gruppe von Friedensnobelpreisträgerinnen hat den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen aufgerufen, den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag mit Ermittlungen zum Giftgas-Einsatz in Syrien zu beauftragen.

"Der Einsatz chemischer Waffen ist ein Kriegsverbrechen und muss deshalb vom internationalen Justiz-System verfolgt werden, das genau für solche Vorfälle geschaffen wurde", heißt es in der Erklärung vor Beginn des G-20-Gipfels am Donnerstag in St. Petersburg. Der Strafgerichtshof kann in Syrien nicht auf eigene Initiative ermitteln, weil das Land kein Mitgliedsstaat ist.

Einen Militärschlag lehnen die sechs Friedensnobelpreisträgerinnen Jody Williams (USA), Shirin Ebadi (Iran), Tawakkol Karman (Jemen), Mairead Maguire (Irland), Leymah Gbowee (Liberia) und Rigoberta Menchú (Guatemala) klar ab. "Wir hoffen, dass die US-Politiker erkennen, dass es in der Öffentlichkeit kein Interesse gibt, das Problem mit mehr Bomben und mit mehr Gewalt zu lösen", erklärte die Amerikanerin Williams, die den Friedensnobelpreis 1997 für ihren Einsatz gegen Landminen bekam.

Die Gruppe der Preisträgerinnen forderte die internationale Gemeinschaft auf, sich für eine friedliche Lösung einzusetzen. Außerdem müssten Frauen eine größere Rolle im Friedensprozess spielen.

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