Kirche in Argentinien unterstützt Suche nach verschwundenen Kindern

Kirche in Argentinien unterstützt Suche nach verschwundenen Kindern
Die katholische Kirche in Argentinien will erstmals die Suche nach Kindern unterstützen, die Gefangenen während der Militärdiktatur geraubt wurden.

Das habe der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz, José María Arancedo, zugesichert, teilte die Menschenrechtsorganisation "Großmütter der Plaza de Mayo" nach einem Treffen mit ihm am Montag mit. Die "Großmütter" verlangen unter anderem Einblick in die Taufregister aus der Diktaturzeit von 1976 bis 1983.

Der Umschwung der Kirche geht offenbar zurück auf eine Audienz von Estela de Carlotto, der Vorsitzenden der "Großmütter", bei Papst Franziskus im April in Rom. "Zählen Sie auf mich", hatte der aus Argentinien stammende Papst der Organisation versprochen. Die argentinische Justiz hatte in einem Gerichtsurteil im Juli 2012 festgestellt, dass unter der Diktatur systematisch in Folterzentren geborene Babys ihren Müttern weggenommen und unter falschen Angaben zur Adoption weitergegeben wurden.

Die "Großmütter" schätzen die Zahl der verschwunenden Babys auf 500. Bisher wurden 108 gefunden. Die inhaftierten Frauen wurden in der Regel ermordet. Von vielen ist das Schicksal bis heute unklar. 

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