Judaist: Ohne Juden kein Kathedralenbau in Speyer, Mainz und Worms

Judaist: Ohne Juden kein Kathedralenbau in Speyer, Mainz und Worms
Ohne die finanzielle Hilfe jüdischer Bankiers und Fernhändler wäre nach Einschätzung des Speyerer Judaisten Werner Transier der Bau der großen christlichen Dome in den mittelalterlichen Bischofsstädten Speyer, Mainz und Worms nicht möglich gewesen.

Die wirtschaftlich erfolgreiche und kulturell hoch stehende jüdische Minderheit sei für den Aufschwung der Residenzstädte ein wesentlicher Faktor gewesen, erklärte der Leiter der Sammlung Judaica des Historischen Museums der Pfalz in Speyer.

Im 9. und 10. Jahrhundert siedelten sich jüdische Fernkaufleute aus den Mittelmeerländern und Frankreich an den wichtigen europäischen Handelsplätzen am Rhein an und gründeten dort jüdische Gemeinden. Die bischöflichen Bauherren hätten im 11. Jahrhundert die Kathedralen in Mainz, Speyer und Worms nicht allein mit den Naturalienabgaben ihrer Untertanen errichten können, sagte Transier. Die jüdischen Bankiers seien für die Beschaffung der notwendigen Mittel unverzichtbar gewesen. Dazu gewährten die christlichen Schutzherren der wirtschaftlichen und geistigen Elite in ihren Städten umfangreiche Privilegien und Rechte.

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