Müttergenesungswerk öffnet sich für Väter und Pflegende

Müttergenesungswerk öffnet sich für Väter und Pflegende
Das Müttergenesungswerk hofft, dass Väter und Pflegepersonen noch in diesem Jahr speziell auf ihre Lebenssituation zugeschnittene Kuren beantragen können. Sobald über eine Zustiftung 250.000 Euro zusammengekommen sind, könne die Arbeit beginnen, sagte die Kuratoriumsvorsitzende Marlene Rupprecht am Donnerstag.

Auch heute können Väter schon "Mütterkuren" mit ihren Kindern machen. Ihr Anteil lag 2012 bei zwei Prozent, was etwa 900 kurenden Vätern entspricht. Künftig sollen es mehr werden. Das Müttergenesungswerk hat für Vater-und-Kind-Kuren ein eigenes Konzept erarbeitet. Künftig soll es dann auch eigene Kurangebote für Pflegende geben.

Unter den kurenden Müttern pflegt fast jede Fünfte einen Angehörigen, in aller Regel ein chronisch krankes Kind. Mit der Öffnung der Kuren für alle Pflegenden stelle sich das Müttergenesungswerk den Herausforderungen in einer älter werdenden Gesellschaft, sagte die Geschäftsführerin Anne Schilling. Schwerpunkt bleibe aber die Arbeit mit den Müttern.

Erschöpfung, Angstzustände, Schlafstörungen

Das Müttergenesungswerk organisiert und ermöglicht seit mehr als 60 Jahren Mütterkuren sowie Eltern-und-Kind-Kuren. Die dreiwöchigen Aufenthalte in den Kurheimen verschiedener Träger werden von den Krankenkassen finanziert. Stiftungsgelder und Spendensammlungen ermöglichen die Arbeit des Müttergenesungswerks sowie Zuschüsse für Mütter und Väter, die sich die gesetzlichen Zuzahlungen zu den Kuren nicht leisten können. Für die neuen Aufgaben entsteht eine eigene Stiftung unter dem Dach des Müttergenesungswerks.

Insgesamt nimmt die Zahl der Mutter-und-Kind-Kuren wieder zu. Nach einem Einbruch in den Jahren 2010 und 2011 nahmen im vorigen Jahr 44.000 Mütter und 64.000 Kinder an einer Kur teil. Vier von fünf Müttern (82 Prozent) klagen über tiefe Erschöpfung, Angstzustände, Schlafstörungen oder Depressionen, 40 Prozent über Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems wie Rücken- oder Gelenkschmerzen.

Die Beantragung der Kuren ist nach Angaben des Müttergenesungswerks im vergangenen Jahr wieder leichter geworden. Nachdem 2010 und 2011 noch mehr als ein Drittel der Anträge von den Krankenkassen abgelehnt wurden, ist es heute nur noch ein Fünftel. Grund sind neue Begutachtungsrichtlinien, die die Kassen zu mehr Sorgfalt bei den Prüfungen zwingen. Mehr als jede zweite Antragstellerin ist mit einem Widerspruch gegen die Ablehnung einer Kur erfolgreich.

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