Primark sieht Textilindustrie an einem Wendepunkt

Primark sieht Textilindustrie an einem Wendepunkt
Nach dem Einsturz des Rana-Plaza-Hochhauses in Bangladesch sieht die Billigtextilkette Primark die Textilindustrie vor einem Paradigmenwechsel. Paul Lister, Direktor des britischen Mischkonzerns ABF, zu dem Primark gehört, sagte dem Hamburger Nachrichten-Magazin "Der Spiegel": "Die Katastrophe war ein Wendepunkt." Die Branche scheine nun zu verstehen, "dass Ethik nicht mehr eine Frage des Wettbewerbs ist, sondern eine gemeinsame Sache der Produzenten".

Bezogen auf die Standards bei Primark-Produzenten sprach Lister zwar von Fortschritten. Da aber selbst nach Primark-Zahlen noch über 70 Prozent der beauftragten Fabriken in Bangladesch Probleme aufweisen, will das irische Unternehmen Trainings und Kontrollen verstärken. Zur Entschädigung der Verletzten und Familien der Opfer habe Primark als erste Maßnahme "eine Million Dollar Soforthilfe auf den Weg gebracht", sagte Lister.

In Bangladesch waren am 24. April beim Einsturz des Rana-Plaza-Hochhauses in der Hauptstadt Dhaka mehr als 1.100 Beschäftigte getötet worden. Mehr als 30 westliche Konzerne hatten daraufhin einen Arbeitsschutzpakt für das südasiatische Land unterzeichnet. Die Bekleidungsindustrie ist für Bangladesch von zentraler Bedeutung. Vier Millionen Menschen arbeiten dort in der Herstellung von Textilien und Schuhen. Etwa 80 Prozent von ihnen sind Mädchen und Frauen.

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