Bischof beim Humanistentag: Christentum ist Kraft der Hoffnung

Bischof beim Humanistentag: Christentum ist Kraft der Hoffnung
Der evangelische Landesbischof Ralf Meister aus Hannover hat im Gespräch mit Atheisten die Kraft des Christentums zu gesellschaftlichen Veränderungen unterstrichen.

"Das Potenzial, Hoffnung zu haben, obwohl nichts darauf hinweist, das ist ein wichtiger Beitrag, den diese Religion der Gesellschaft bringen kann", sagte er am Freitagabend am Rande des evangelischen Kirchentags in Hamburg beim Deutschen Humanistentag 2013. Konfessionslose, atheistische und humanistische Organisationen hatten parallel zum Kirchentag bis zum Samstag zu Diskussionen über Religion, Politik und Philosophie eingeladen.

Der Religionskritiker und Buchautor Michael Schmidt-Salomon griff im Gespräch mit Meister besonders die kirchlichen Kindergärten an. "Kitas sollten nicht genutzt werden als Orte der weltanschaulichen Manipulation", sagte er. Wer Kinder manipuliere, dürfe kein Geld vom Staat bekommen. Zudem kritisierte er die kirchlichen Sozialverbände Diakonie und Caritas als Arbeitgeber: "Juden, Muslime und Atheisten sind dort unerwünscht."

Meister entgegnete, dass Loyalitätsrichtlinien Teil der allgemeinen Unternehmenskultur seien. Auf die Frage, ob er sich eine Gesellschaft ohne Religion vorstellen könne, verwies der Bischof auf die früheren sozialistischen Staaten wie die Sowjetunion und Kambodscha. Dort seien Menschen zwangsweise säkularisiert worden: "Es hat Diskriminierung religiöser Menschen in staatlichen Kitas gegeben. Und diese Staaten sind grandios gescheitert."

Der Bischof wurde auf dem Humanistentag von rund 250 Besuchern mit freundlichem Beifall empfangen. In vielen Punkten wie dem Einsatz für Religionsfreiheit erzielte er Einigkeit mit seinen Kritikern. "Ich hätte mir gewünscht, dass eine solche Veranstaltung auf dem Kirchentag stattfindet", sagte er.

Der Humanistentag tagte in einem ehemaligen Zirkuszelt in der Nähe des Messegeländes, auf dem der Kirchentag stattfindet. Zu den Referenten gehörten die frühere SPD-Politikerin Ingrid Matthäus-Maier und der ehemalige Hamburger Bürgermeister Henning Voscherau (SPD). Der frühere evangelische Pastor Paul Schulz sprach zum Thema "Warum ich Atheist geworden bin". Drei Livebands sorgten nach Angaben der Veranstalter für "Heidenspaß statt Höllenqual".

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