Worms will Tradition der Religionsgespräche wieder aufnehmen

Worms will Tradition der Religionsgespräche wieder aufnehmen
Nach dem Vorbild mehrerer historischer Theologen-Treffen aus dem 16. Jahrhundert soll es in Worms vom 19. bis 21. April wieder Religionsgespräche zwischen Vertretern verschiedener Glaubensrichtungen geben.

Die Stadt Worms und die evangelische Kirche laden zu Podiumsgesprächen, Vorträgen und Gottesdiensten ein. Viele prominente Persönlichkeiten wie Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU), Kardinal Karl Lehmann oder der Braunschweiger Landesbischof Friedrich Weber hätten ihr Kommen zugesagt, teilten die Veranstalter am Freitag mit. Anders als bei den historischen Streitgesprächen gehe es nicht mehr darum, die jeweils andere Seite vom wahren Glauben zu überzeugen, sondern um den Dialog der Religionen.

Auf dem Wormser Reichstag von 1521 hatte sich der Kirchenreformator Martin Luther vier Jahre nach Veröffentlichung seiner Wittenberger Thesen geweigert, seine Ansichten zu widerrufen. Nach der endgültigen Kirchentrennung hatte es in Worms 1541 und 1557 zwei katholisch-protestantische Treffen gegeben, auf denen ein Konsens in den strittigen Glaubensfragen gesucht worden war. Die Dialogversuche endeten ohne die erhoffte Einigung. Die Wiederbesinnung auf die historischen Treffen ist Teil des von der Evangelischen Kirche in Deutschland ausgerufenen Themenjahrs "Reformation und Toleranz" im Rahmen der Lutherdekade.

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