Schwangere Amerikanerin in Afghanistan seit fast drei Monaten vermisst

Schwangere Amerikanerin in Afghanistan seit fast drei Monaten vermisst
Die Familie der 27-Jährigen befürchtet, dass die junge Frau gekidnappt wurde. Zusammen mit ihrem kanadischen Ehemann ist die Frau spurlos verschwunden.

In Afghanistan ist eine schwangere Amerikanerin zusammen mit ihrem kanadischen Ehemann spurlos verschwunden. Die Familie der 27-Jährigen befürchtet, dass die junge Frau gekidnappt wurde, wie afghanische Medien am Dienstag berichteten. Die letzte Nachricht des vermissten Paares stammt von Anfang Oktober aus einem Internet-Cafe in Afghanistan.

Unklar ist, ob die beiden überhaupt noch am Leben sind und warum sie trotz der extrem gefährlichen Sicherheitslage offenbar mit Bus oder per Anhalter durch Afghanistan reisten. Die Frau, die ein chronisches Leberleiden hat, soll im Januar ein Kind erwarten.

Provinzrat-Chef: "Von Unbekannten verschleppt"

Nach Angaben von Hazrat Janan, dem Chef des Provinzrates in der Wardak-Provinz, wurden die beiden Ausländer in Wardak, etwa 40 Kilometer westlich von Kabul, von Unbekannten verschleppt. Die bergige Gegend ist für Ausländer extrem gefährlich. Die aufständischen Taliban kontrollieren die Provinz weitgehend. Laut Janan soll das Paar später in die Ghazni-Provinz gebracht worden sein. Danach hätten sich ihre Spuren verloren.

Taliban-Sprecher Zabihullah Mujahid erklärte, seine Gruppe habe nichts mit dem Verschwinden der beiden Ausländer zu tun. Der Vater der Schwangeren erklärte, das Paar sei auf einer Tour durch Zentralasien gewesen. Die beiden hätten bei ihrer Reise bevorzugt in Dörfern und kleinen Orten übernachtet, um Land und Leute besser kennenzulernen und weil sie den Aufenthalt auf dem Lande für sicherer hielten als in den Städten.

Dass die Familie das Verschwinden der Tochter erst jetzt öffentlich macht, ist bei Entführungen nicht ungewöhnlich. Generell werden die Medien zur Zurückhaltung angehalten, um die Opfer nicht weiter zu gefährden. Afghanistan ist kein sicheres Land für Touristen. Im September 2011 wurde ein deutscher Urlauber aus Baden-Württemberg in der abgelegenen Khor-Provinz erschossen, wo er mit dem Auto unterwegs war. Im August wurden zwei deutsche Entwicklungshelfer beim Bergsteigen am Salang-Pass unweit von Kabul getötet.

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