Kolat: Bundesregierung bagatellisiert Rassismus

Kolat: Bundesregierung bagatellisiert Rassismus
Die Türkische Gemeinde in Deutschland hat der Bundesregierung ein Jahr nach Aufdeckung der NSU-Morde eine Bagatellisierung des Rassismus vorgeworfen.

"Viele Bürger fragen sich, ob ein Wille zur Aufklärung tatsächlich vorhanden ist", sagte der Bundesvorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat, am Donnerstag in Berlin.

Es sehe nicht danach aus, "dass die politische Klasse verstanden hat, dass wir es mit dem größten Sicherheitsskandal seit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland zu tun haben", unterstrich Kolat. Unglaublich sei nicht nur, "das es eindeutige Vertuschungsversuche gegeben hat, sondern dass bestimmte Politiker nicht wahrhaben wollen, dass wir ein riesiges Rassismusproblem in Deutschland haben." Die Bundesregierung versuche, die Problematik zu bagatellisieren, kritisierte der Bundesvorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland.

Am Sonntag (4. November) jährt sich zum ersten Mal die Aufdeckung der Mordserie des rechtsextremen Zwickauer Terrortrios. Der "Nationalsozialistische Untergrund" (NSU) soll in den Jahren 2000 bis 2007 zehn Menschen ermordet haben. Dabei handelte es sich um Kleinunternehmer mit ausländischen Wurzeln und eine Polizistin.

Meldungen

Top Meldung
Susanne Bei der Wieden wird Kirchenpräsidentin
Am Ende ging es trotz technischer Schwierigkeiten schnell. Die digital tagende Synode der Evangelisch-reformierten Kirche hat erstmals eine Frau an die Spitze gewählt. Sie will die Kirche menschennah positionieren und sprachfähiger machen.