Russlands Künstler besorgt über Entwicklungen in ihrem Land

Russlands Künstler besorgt über Entwicklungen in ihrem Land
Russische Künstler sind nach Einschätzung des Goethe-Instituts zunehmend besorgt über die gesellschaftliche Entwicklung in ihrem Land.

Prozesse wie jetzt gegen die Punkmusikerinnen Pussy Riot hätten "schon zu einer gewissen Verunsicherung" geführt, sagte Generalsekretär Johannes Ebert am Donnerstag dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Berlin. "An diesen Fällen kann man sehen, dass die Freiheit der Kunst in Russland Grenzen hat."

Ebert, der bis zum Frühjahr fünf Jahre lang das Moskauer Goethe-Institut geleitet hatte, betonte die Widersprüchlichkeit der derzeitigen Situation in Russland: "Die Kunstszene ist breit und kann in vielen Teilen sehr frei arbeiten." Gelegentlich entstehe allerdings Unsicherheit, "wie weit man gehen kann". Dabei spiele insbesondere das starke Gewicht der orthodoxen Kirche eine Rolle. 

NGOs mit ausländischen Geldgebern eingestuft als "Agenten"

Beunruhigt zeigte sich Ebert auch über das im Sommer erlassene "NGO-Gesetz". Es stuft Mitarbeiter von Nichtregierungsorganisationen mit ausländischen Geldgebern als "Agenten" ein. Das Goethe-Institut sei bislang aber zu keinem Zeitpunkt in seiner Arbeit in Russland behindert worden.

Die vom Auswärtigen Amt getragene Einrichtung unterhält in der Russischen Förderation derzeit Vertretungen in 20 Städten, in denen Sprachkurse und kulturelle Veranstaltungen angeboten werden. In Berlin eröffnet Bundespräsident Joachim Gauck am Donnerstag ein große Ausstellung über 1.000 Jahre deutsch-russische Kulturbeziehungen.

Nach Angaben des Goethe-Instituts lernen derzeit 2,3 Millionen russische Schüler deutsch. Die Bundesrepublik sei zudem als Studien- und Wirtschaftsstandort hoch angesehen, "in Russland besonders", unterstrich Generalsekretär Ebert.  "Dort lesen die Menschen noch und sind offen für Austausch."