Berliner Landessynode ruft zu Klimaschutz auf

Bischof Christian Stäblein

© epd-bild/Christian Ditsch

Berlins evangelischer Bischof Christian Stäblein forderte die politisch Verantwortlichen zu einem Dialog mit den Klimaaktivisten der "letzten Generation" auf. Die Debatte über die Methoden der Aktivisten solle nicht vorgeschoben werden, damit in der Sache nichts geändert werden müsse.

Herbsttagung des Kirchenparlaments
Berliner Landessynode ruft zu Klimaschutz auf
Rückläufige Mitgliederzahlen, Unterstützung für Klimaaktivisten, sexuelle Übergriffe: Die Synode der Berliner Landeskirche befasste sich mit schwierigen Themen.

Die Synode der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) hat zum aktiven Einsatz gegen den Klimawandel aufgerufen. In einer am Samstag verabschiedeten gemeinsamen Erklärung zum Abschluss der Herbsttagung des Kirchenparlaments heißt es: "Wir sehen, dass unser menschliches Tun und Lassen die Erde in Gefahr bringt." Deshalb würden alle Menschen gebeten und ermutigt, nötige Schritte aus dieser Gefahr zu wagen: "Wir ermutigen zum Dialog mit allen für den Klimaschutz Engagierten."

Bereits zuvor hatte Bischof Christian Stäblein an die politisch Verantwortlichen appelliert, den Dialog auch mit der umstrittenen Klimaschutzgruppe "Letzte Generation" zu suchen. Diese seien keine Spinner und Chaoten, sondern wollten sich mit ständigem Vertagen und leeren Versprechungen nicht mehr abfinden, sagte er am Freitag. Er wolle dabei ihre Methoden nicht rechtfertigen, betonte Stäblein. Auch die Kirche sollte immer für Gespräche offen sein und gegebenenfalls den Austausch mit der Politik ermöglichen.

Vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs betonte das Kirchenparlament in der Erklärung zudem, dass es keine Geflüchteten erster und zweiter Klasse gibt. Flankiert wurde diese Aussage mit einem Beschluss, dass bei der Vergabe der Mittel aus dem landeskirchlichen Hilfsfonds Geflüchtete aus allen Ländern gleichermaßen berücksichtigt werden.

Die 108 Kirchenparlamentarier hatten von Donnerstag bis Samstag unter Leitung von Präses Harald Geywitz in der St. Bartholomäuskirche in Berlin-Friedrichshain getagt. Beschlossen wurde auch ein Nachtragshaushalt für 2022. Unter anderem wurden weitere 500.000 Euro für die Arbeit mit Geflüchteten bereitgestellt.

Ein weiteres Schwerpunktthema war der Bericht zum Stand der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in der Landeskirche. Demnach sind bislang 27 Fälle sexualisierter Gewalt zwischen 1958 und heute bekannt. Der jüngste Fall ereignete sich in den Jahren 2016/2017. Laut der Berliner Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein arbeitet derzeit eine Mitarbeiterin des Konsistoriums die Personalakten aus der Zeit von 1960 bis 1990 auf. Es werde davon ausgegangen, dass etwa 1.400 Disziplinarakten eingesehen werden müssen.

Bischof Stäblein plädierte angesichts von Überalterung und rückläufigen Mitgliederzahlen für einen verstärkten Umbau der evangelischen Kirche. "Mitgliedschaftslogiken" und Zugehörigkeiten müssten anders gedacht werden, forderte er.

Zugehörigkeit verstehe sich längst an vielen Stellen nicht nur über Gemeinden, sondern über andere Orte wie Kitas, Diakonie, evangelische Schulen, digitale Netzwerke - die sogenannten dritten Orte. Deshalb müssten diese weiter ausgebaut und entsprechend stärker finanziert werden, sagte Stäblein.

Laut Statistischem Bericht 2022 zählte die EKBO Ende vergangenen Jahres 862.581 Mitglieder. Zehn Jahre zuvor waren es noch mehr als eine Million. Allein 2021 verlor die Landeskirche durch Verstorbene und Kirchenaustritte 28.000 Mitglieder. Die nächste Synode findet im April 2023 statt.

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