Kirchenbünde fordern gerechteres Wirtschaftssystem

Reisbauer in indonesien

© epd-bild / Steffen Schellhorn

Im Appell des ÖRK zum G20-Gipfen in Indonesien wird ein gerechteres globales Wirtschafts- und Finanzsystem gefordert. Die Armen und die Besitzlosen müssten im Mittelpunkt des wirtschaftlichen Denkens stehen.

G20-Gipfel in Indonesien
Kirchenbünde fordern gerechteres Wirtschaftssystem
Fünf kirchliche Weltbünde haben mit Blick auf den G20-Gipfel in Indonesien Mitte November ein gerechteres globales Wirtschafts- und Finanzsystem gefordert.

Dieses müsse sich mehr um das Wohlergehen aller Menschen kümmern, heißt es in einem am Montag in Genf vom Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) verbreiteten Brief an die Staats- und Regierungschefs der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer. Diese wollen sich am 15. und 16. November auf Bali treffen.

Der Aufruf für eine neue internationale Finanz- und Wirtschaftsarchitektur wird neben dem ÖRK von der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen, dem Lutherischen Weltbund, dem Weltrat Methodistischer Kirchen sowie dem Rat für Weltmission unterstützt. Diese Organisationen vertreten mehr als eine halbe Milliarde Christen. Die katholische Kirche gehört dem Ökumenischen Rat der Kirchen, auch Weltkirchenrat genannt, nicht an.

In dem Appell werden die Staats- und Regierungschefs der G20 aufgefordert, strengere Regeln zur Eindämmung von Finanzspekulationen mit Nahrungsmitteln, Energie und anderen lebenswichtigen Gütern zu verabschieden. Die Armen und die Besitzlosen müssten im Mittelpunkt des wirtschaftlichen Denkens stehen.

Das vorherrschende Wirtschaftssystem habe von der Ausbeutung der Menschen und des Planeten profitiert, heißt es in dem Brief weiter: "Das Wachstumsmodell, auf dem es beruht, ist schädlich und nicht nachhaltig." Die Erde und ihre Menschen könnten das derzeitige System von Produktion und Konsum nicht aufrechterhalten.

Die großen kirchlichen Weltbünde dringen zudem auf die Sicherstellung der Gesundheitsversorgung und die Verbesserung des Zugangs zu Bildung für alle Mädchen und Frauen. Außerdem müssten Not leidende Familien und Kleinbauern besser unterstützt werden, die nachhaltige Landwirtschaft praktizieren.

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