Diplomatie fördern statt Waffen liefern

Margot Käßmann wünscht sich eine Stärkung der Diplomatie in der Ukraine

© epd-bild/Jens Schulze

Margot Käßmann hält Waffenlieferungen an die Ukraine für falsch. Das macht sie in einem Radiointerview erneut sehr deutlich.

Käßmann zum Ukraine-Krieg
Diplomatie fördern statt Waffen liefern
Die frühere EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann, hat ihre Kritik an den Waffenlieferungen Deutschlands an die Ukraine erneut bekräftigt. Deutschland sollte statt dessen jetzt die Diplomatie massiv stärken.

Der Angriff Russlands auf die Ukraine sei keine Zeitenwende, sagte die Theologin im rbb24 Inforadio (2.7.). Es habe vielmehr in den vergangenen Jahren ununterbrochen Kriege gegeben, etwa in Syrien oder Jemen.

Wer sich mit den Kriegen in Ex-Jugoslawien beschäftigt habe, habe auch dort gesehen, wie im Krieg immer wieder die gesamte Menschlichkeit zusammenbreche, fügte Käßmann nach Angaben des Sendern hinzu. Sie sagte, es gebe in Deutschland außerdem keine deutliche Mehrheit, die Waffenlieferungen an die Ukraine befürworteten. Das hänge auch mit der deutschen Geschichte zusammen.

Natürlich sei nachvollziehbar, dass sich ein Angegriffener verteidigen wolle, räumte Käßmann ein. Die Deutschen sollten aber überlegen, was ihre Stärke in diesem Konflikt sein könne. Es sei zu fragen, ob die Deutschen nicht diejenigen sein könnten, die die Diplomatie massiv stärken sollten.

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