UN kritisieren Auflösung der afghanischen Menschenrechtskommission

UN kritisieren Auflösung der afghanischen Menschenrechtskommission

Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, hat die Auflösung der unabhängigen Menschenrechtskommission in Afghanistan scharf kritisiert. Sie sei bestürzt über die Entscheidung der radikalislamischen Taliban, erklärte die Hochkommissarin am Donnerstag in Genf. Die afghanischen Herrscher hatten Anfang der Woche angekündigt, mehrere Institutionen zu schließen, die während vergangenen Regierungen geschaffen worden waren, darunter die Menschenrechtskommission.

Die Menschenrechtskommission (AIHRC) habe über viele Jahre hinweg und unter äußerst schwierigen Bedingungen außerordentliche Arbeit geleistet, erklärte Bachelet. Sie habe die Menschenrechte aller Afghaninnen und Afghanen in den Mittelpunkt gerückt. Seit August 2021 sei sie jedoch nicht mehr in der Lage, vor Ort zu arbeiten. Die AIHRC sei verlässlicher Partner der UN gewesen. Ihr Verlust wäre ein schwerer Rückschritt für alle Menschen in Afghanistan und die afghanische Zivilgesellschaft.

Die Taliban hatten die Schließung von Institutionen wie der Menschenrechtskommission und dem Nationalen Versöhnungsrat mit fehlendem Geld begründet und weil sie nicht als unerlässlich eingestuft würden. Die Kommission wurde 2002 im Zuge der Demokratisierung des Landes nach dem Sturz der Taliban gegründet worden.

Im August 2021 rissen die Radikalislamisten erneut die Macht an sich und versprachen zunächst eine gemäßigte Herrschaft und die Wahrung der Menschenrechte. Doch mehr und mehr drücken die Taliban ihre radikale Ideologie durch und diskriminieren vor allem die weibliche Bevölkerung systematisch.