"Mit russisch-orthodoxer Kirche weiter reden"

Russisch Orthodoxe Kirche in Russland

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Zur 11. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen vom 31. August bis 8. September in Karlsruhe wird eine russisch-orthodoxe Delegation erwartet.

Bischöfin Springhart zum Krieg
"Mit russisch-orthodoxer Kirche weiter reden"
Die badische Bischöfin Heike Springhart hat sich angesichts des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine dafür ausgesprochen, die Gesprächskanäle mit der Russischen Orthodoxen Kirche weiter offenzuhalten. Dies könne zur Versöhnung beitragen.

Bischöfin Springhart sagte am Montag vor Journalisten in Karlsruhe, es sei nicht sinnvoll, die Russische Orthodoxe Kirche aus dem Weltkirchenrat auszuschließen.

Zur 11. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) vom 31. August bis 8. September in Karlsruhe wird eine russisch-orthodoxe Delegation erwartet. Der Moskauer Patriarch Kyrill I., der als enger Verbündeter des russischen Präsidenten Wladimir Putins gilt, sei aber nicht Teil der Delegation, so Springhart.

Am Sonntag hatte die evangelische Theologin und Vorständin der Heinrich-Böll-Stiftung (Berlin), Ellen Ueberschär, Patriarch Kyrill für seine Haltung zum russischen Angriffskrieg in der Ukraine scharf kritisiert. Weil er sich nicht von dem "verbrecherischen Krieg" distanziert habe, forderte sie den Ausschluss der russisch-orthodoxen Kirche aus der Weltgemeinschaft der Kirchen.

Die ÖRK-Vollversammlung ist das weltweit wichtigste ökumenische Treffen. Sie findet etwa alle sieben Jahre statt, zuletzt trafen die Teilnehmer 2006 im brasilianischen Porto Alegre und 2013 im südkoreanischen Busan zusammen. Der Weltkirchenrat vertritt mehr als 500 Millionen Christinnen und Christen. Die katholische Kirche ist nicht Mitglied, arbeitet aber in bestimmten Gremien mit.

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