Hilfswerke fordern mehr Schutz für Frauen

Flüchtende Frauen aus der Ukraine

© Czarek Sokolowski/AP/dpa

Geflüchtete aus der Ukraine treffen am Grenzübergang in Medyka im Südosten Polens ein.

Gefahren auf der Flucht
Hilfswerke fordern mehr Schutz für Frauen
Die evangelischen Hilfswerke "Brot für die Welt" und die Diakonie Deutschland dringen auf den Schutz von Frauen und Mädchen, die vor dem Krieg in der Ukraine flüchten.

Mehr als 23 Millionen Frauen und Mädchen litten unter den Folgen des Konflikts, erklärten "Brot für die Welt" und die Diakonie Deutschland am Montag in Berlin. Sie seien "besonders gefährdet, im Kriegsgebiet oder auf dem Fluchtweg Opfer sexualisierter Gewalt und Ausbeutung zu werden", sagte die Präsidentin von "Brot für die Welt", Dagmar Pruin, mit Blick auf den internationalen Frauentag am 8. März.

Für Frauen und Mädchen müsse "vor Ort ebenso wie auf der Flucht und in den Aufnahmestaaten dringend besondere Unterstützung sichergestellt werden", sagte Pruin. Diakonie-Vorständin Maria Loheide forderte ebenfalls "schnelle und unkomplizierte Hilfe" für ukrainische Frauen und Kinder, die in Deutschland Schutz suchen. Dazu gehörten Wohnmöglichkeiten und die Bereitstellung von Informationen über ihre Rechte.

Zum Internationalen Frauentag am 8. März gehen Frauen weltweit für ihre Rechte an die Öffentlichkeit. Historisch geht er auf die sozialistische und sozialdemokratische Arbeiterbewegung vor dem Ersten Weltkrieg zurück. 1977 führten die Vereinten Nationen den Weltfrauentag als offiziellen UN-Tag ein.

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Zum Internationalen Frauentag am 8. März gehen Frauen weltweit für ihre Rechte an die Öffentlichkeit. Erste Anregungen kamen von Frauendemonstrationen ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in den USA. Die Startinitiative folgte dann aus der sozialistischen und sozialdemokratischen Arbeiterbewegung vor dem Ersten Weltkrieg (1914-1918). 1910 beschloss die Sozialistische Internationale der Frauen in Kopenhagen, jedes Jahr mit einem Aktionstag den Kampf der Frauen für mehr Rechte und bessere Lebensbedingungen voranzutreiben.
Bereits im März 1911 gingen rund eine Million Frauen in Deutschland, Dänemark, Österreich-Ungarn und der Schweiz auf die Straßen. Erste Forderung war das Frauenwahlrecht, das in Deutschland 1918 durchgesetzt wurde. Am 19. Januar 1919 konnten Frauen erstmals an einer landesweiten Wahl teilnehmen, als eine verfassunggebende Nationalversammlung gewählt wurde. Die Frauen kämpften zudem für kürzere Arbeitszeiten bei gleichem Lohn, niedrigere Lebensmittelpreise, eine regelmäßige Schulspeisung und legalen Schwangerschaftsabbruch.
Während des Ersten Weltkriegs und unter der NS-Diktatur war der "sozialistische" Feiertag verboten. Die Nationalsozialisten propagierten stattdessen den Muttertag, der ihrem Frauenbild eher entsprach. Doch im Untergrund lebte der Frauentag weiter: Wer am 8. März seine rote Wäsche im Fenster auslüftete, gab damit ein politisches Statement ab.
Nach 1945 entzweite der Kalte Krieg auch den Frauentag. Im Westen verlor er an Bedeutung, wurde dann vor allem von der Frauen- und Friedensbewegung ab Ende der 60er Jahre begangen. In der DDR entwickelte sich der 8. März vielfach zum "sozialistischen Muttertag", an dem Kinder der Mutter Blumen oder selbst gemalte Bilder schenkten. 1977 führten die Vereinten Nationen den Weltfrauentag als offiziellen UN-Tag ein. Das Land Berlin führte 2019 den Frauentag als gesetzlichen Feiertag ein, als einziges deutsches Bundesland.