EKD-Friedensbeauftragter gegen Waffenlieferungen

Russische und belarussische Truppen im gemeinsamen Kampftraining mit Panzern.

© Russian Defense Ministry Press Service/AP/dpa

Russische und belarussische Truppen im gemeinsamen Kampftraining mit Panzern in Belarus. Der Friedensbeauftragte der EKD forderte mit Blick auf den in der Ukraine schwelenden Konflikt, auf diplomatische Lösungen zu setzen.

Konflikt in der Ukraine
EKD-Friedensbeauftragter gegen Waffenlieferungen
Der neue Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Friedrich Kramer, unterstützt nachdrücklich die Position der Bundesregierung, keine Waffen an die Ukraine zu liefern.

Stattdessen ist er dafür, im Streit mit Russland diplomatische Wege zu suchen. "Waffen können kein Teil der Lösung sein, sie würden eher zu einer Eskalation des Konfliktes führen", sagte er der in Weimar erscheinenden Kirchenzeitung "Glaube + Heimat" (Ausgabe 6. Februar). Der 57-jährige Leitende Geistliche der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) hatte das Amt am Wochenende übernommen.

Kramer rief dazu auf, nicht auf die Kriegsrhetorik zu hören. Es müssten alle Aspekte des Konfliktes beachtet werden: "Dazu gehört es auch, die Sicherheitsinteressen Russlands nüchtern in den Blick zu nehmen." Frieden sei für ihn ein zentrales Thema in der Kirche. Die Sorge darum gehöre in den Mittelpunkt kirchlicher Arbeit. Als einen Schwerpunkt seiner Arbeit als EKD-Friedensbeauftragter nannte Kramer, "dafür zu ringen, dass Deutschland dem seit einem Jahr in Kraft getretenen Atomwaffenverbotsvertrag beitritt".

Der Bischof verwies auf die lange Tradition der Friedensarbeit evangelischer Christen in der DDR. Vor mehr als 30 Jahren hätten sie mit Friedensgebeten in überfüllten Kirchen gewaltfrei eine friedliche Revolution erreicht. Die evangelischen Kirchen im damaligen DDR-Kirchenbund hätten durch ihre friedensethische Arbeit viel dazu beigetragen, erklärte Kramer. "Diese Tradition gerade der DDR-Kirchen ist ein großer Schatz, der nicht in Vergessenheit geraten darf", sagte der frühere Bausoldat.

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