UN: Mindestens 1.500 Menschen in Myanmar seit Putsch getötet

UN: Mindestens 1.500 Menschen in Myanmar seit Putsch getötet

Seit dem Putsch vor einem Jahr hat das Militär in Myanmar laut den UN mindestens 1.500 Menschen getötet. Viele der Menschen seien bei der Niederschlagung von Protesten gegen die Machtergreifung getötet worden, teilte die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, am Freitag in Genf mit.

Zudem seien Tausende Menschen bei Kämpfen zwischen der Armee und Rebellengruppen in Myanmar ums Leben gekommen. Das Militär habe etwa 11.800 Menschen willkürlich gefangen genommen, davon seien mindestens 290 während der Haft gestorben.

Das Militär führe seit der Machtübernahme am 1. Februar 2021 eine Gewaltkampagne gegen die eigene Bevölkerung. Bachelet warf den Streitkräften eine Reihe schwerer Menschenrechtsverletzungen wie Folter und die Verfolgung ethnischer und religiöser Minderheit vor. Zudem brenne das Militär ganze Dörfer nieder und richte Menschen willkürlich hin.

Die UN-Hochkommissarin rief die internationale Gemeinschaft auf, den Druck auf die Junta in dem südostasiatischen Land zu erhöhen. Ziel müsse die Wiedereinführung der Demokratie und die Achtung der Menschenrechte sein, betonte die frühere Präsidentin Chiles. Bachelet verlangte zudem, dass die Verantwortlichen für die Verbrechen zur Rechenschaft gezogen werden müssten.

Myanmars Armee unter General Min Aung Hlaing hatte im Februar vergangenen Jahres gegen die damalige De-Facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi geputscht. Seitdem geht die Junta zunehmend brutal gegen die Zivilbevölkerung vor, die fast täglich gegen die Machthaber protestiert. Die Friedensnobelpreisträgerin Suu Kyi wurde verhaftet und mit Klagen überhäuft.