USA gedenkt Opfern des Ansturms auf Kapitol

Gebete zum Jahrestag des Sturms auf das Kapitol

© Susan Walsh/AP/dpa

Mitglieder des Repräsentantenhauses und des Senats haben an der Gebetswache anlässlich des Jahrestags des Angriffs auf das Kapitol teilgenommen.

Gebete zum Jahrestag
USA gedenkt Opfern des Ansturms auf Kapitol
Mit einem Bittgebet im Rahmen einer Gedenkveranstaltung hat die USA am Donnerstag (Ortszeit) den Jahrestag des gewaltsamen Ansturms auf das US-Kapitol in Washington begangen.

Im Beisein zahlreicher Politiker betete der leitende Bischof der anglikanischen Episkopalkirche, Michael Curry, um Gottes Hilfe "in diesen schwierigen Zeiten". Hilfe bräuchten Menschen, die von dem Ereignis traumatisiert seien, und Hilfe bräuchten die USA, um eine Nation zu werden mit "Freiheit und Gerechtigkeit für alle".

Am 6. Januar 2021 hatten Anhänger des bei der Präsidentenwahl unterlegenen Donald Trump versucht, mit Gewalt die Kongresssitzung zu verhindern, bei der der Wahlsieg des Demokraten Joe Biden offiziell bestätigt wurde. Mehrere Menschen kamen bei dem Ansturm ums Leben. Rund 140 Polizisten wurden laut Medienberichten verwundet. Gegen mehr als 700 der Trump-Anhänger laufen gegenwärtig Strafverfahren.

Präsident Biden erklärte am Donnerstag, Demokratie sei angegriffen worden, und sein Vorgänger Trump habe seine Anhänger mit einem "Netz von Lügen" mobilisiert. Trump könne seine Niederlage nicht akzeptieren.

Nancy Pelosi mit Margaret Kibben (r), der neuen Hauskaplanin am 25.01.2021.

Das Repräsentantenhaus trat am Donnerstag zu einer Schweigeminute zusammen. Die Pastorin des Repräsentantenhauses, Margaret Kibben, betete "an diesem Jahrestag der Zwietracht und Verzweiflung" um Gottes Beistand zum Stärken des Gemeinwohls. Der Seelsorger des Senats, Barry Black, betete für "das Heilen einer geteilten Nation".

Zahlreiche republikanische Politiker blieben dem Gedenken fern. Der Parteiführer der Republikaner im Senat, Mitch McConnell, warf den Demokraten parteipolitische Motive vor.

Mehr zu USA, Gedenken
Demonstrantinnen der Handsmaid Army protestieren in roten Umhängen und weißen Hauben gegen die Aufhebung von "Roe v. Wade"
Kippt das Oberste Gericht der USA ein Grundsatzurteil zu Schwangerschaftsabbrüchen von 1973? Und was bedeutete eine erneute Kriminalisierung der Abtreibung für die USA von heute? Ein Kommentar von Lotta Suter.
Demonstrierende halten vor dem Gebäude des Obersten Gerichtshofs der USA Plakate
Das Oberste Gericht der USA will nach Medienberichten das Recht auf Schwangerschaftsabbruch aushebeln, wie ein geleakter Urteilsentwurf zeigt. Das wäre ein Sieg für Abtreibungsgegner - und weiteres Spaltungspotenzial für die US-Gesellschaft