Seemannsmission beschert Schiffsbesatzungen

Philippinischer Seemann mit Weihnachtsgeschenken an Bord eines Frachtschiffes

© epd-bild/Martin Struwe

Ein philippinischer Seemann freut sich an Bord seines Schiffes in Cuxhaven über die Weihnachtsgeschenke, die die Seemannsmission an Bord gebracht hat (Archivbild).

Weihnachten
Seemannsmission beschert Schiffsbesatzungen
Auch im zweiten Corona-Jahr ist für Seeleute an Weihnachten so gut wie kein Landgang möglich. Die Seemannsmission verschafft ihnen an den Feiertagen trotzdem kleine Glücksmomente.

Auch in diesem Jahr leiden Seeleute zu Weihnachten besonders unter den harten Einschränkungen, die sich speziell für sie aus der Corona-Pandemie ergeben. "Noch immer ist so gut wie kein Landgang möglich", sagte der Cuxhavener Seemannsdiakon Martin Struwe dem Evangelischen Pressedienst (epd). Selbst wenn die Crew durchgeimpft sei, erlaube die Reederei oft nicht, das Schiff zu verlassen, um so zu verhindern, dass das Virus an Bord eingeschleppt werde.

Befürchtet werde, dass es bei einem Corona-Ausbruch auf dem Meer fern vom nächsten Hafen und weit weg von medizinischer Versorgung zu großen Problemen kommen könne. "Corona nervt die Menschen - auf See noch mehr", sagte Struwe, der zusammen mit vielen Kolleginnen und Kollegen der Deutschen Seemannsmission mit Bordbesuchen versucht, Abwechslung auf die Schiffe zu bringen.

Wenn die Crew teils über Monate nicht mehr an Land könne und es "gar nichts anderes mehr gibt als das Bordleben, dann ist das irgendwann nicht mehr gesund, dann wird das Fell dünner". Nach wie vor werde auch der Crewwechsel durch die Pandemie erheblich erschwert. "In dieser Situation wollen wir zum Weihnachtsfest kleine Glücksmomente schaffen", sagte Struwe. Allein in Cuxhaven seien 900 Weihnachtstüten gepackt worden: "Wir wollen 900 Mal ein Lächeln auf die Gesichter der Menschen zaubern, ohne die die gesamte Weltwirtschaft kollabieren würde."

Keine Geschenke ohne die Schifffahrt

"Was wäre der Weihnachtsmann ohne Seeleute?", fragte Struwe. "Fernseher, Kaffeemaschinen, T-Shirts, Hemden, Spielzeug oder Zutaten zum Festessen - alles wird übers Meer geliefert." Bei den Präsenten für die Seeleute gehe es deshalb nicht nur darum, eine kleine Freude zu machen, sondern auch "ein Zeichen zu setzen: Wir an Land wissen um Euch".

In Cuxhaven packen der Diakon und sein Team eine Telefonkarte und etwas Praktisches wie eine Taschenlampe oder einen Kalender in die Geschenketüten. Die Telefonkarte helfe dabei, den Kontakt in die Heimat aufrechtzuerhalten, sagte Struwe und führte aus: "Für die meisten Seefahrer und Seefahrerinnen ist die Sehnsucht nach ihren Liebsten zu Weihnachten besonders groß."

Manchmal leihe die Seemannsmission Router aus, mit denen die Crew an Bord über das Internet Kontakt zur Heimat aufnehmen könne. Für den Moment helfe manchmal auch etwas Süßes, ergänzte Struwe: "Bonbons und natürlich Schokolade, das hellt die Gesichter auf, da habe ich immer etwas dabei."

Cuxhaven gehört zum Netzwerk der evangelischen Deutschen Seemannsmission mit mehr als 30 Stationen im In- und Ausland. Dort leisten Hunderte Haupt- und Ehrenamtliche auf Schiffen, in Seemannsclubs und in Seemannsheimen Seelsorge und Sozialarbeit für Seeleute aus aller Welt.

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