Studie: Geflüchtete Mütter lernen mit ihren Kindern Deutsch

Studie: Geflüchtete Mütter lernen mit ihren Kindern Deutsch

Geflüchtete Mütter sprechen einer Studie zufolge besser Deutsch, wenn ihre Kinder schulische oder vorschulische Betreuungsangebote wie Kinderkrippen, Kindergärten, Kindertagesstätten, Ganztagsschulen und Horteinrichtungen besuchen. Bei Vätern besteht dieser Zusammenhang nicht, wie die am Mittwoch veröffentlichte Erhebung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg zeigt.

Der Besuch von Betreuungs- und Bildungseinrichtungen kommt laut IAB-Forscherin Sarah Bernhard nicht nur den geflüchteten Kindern selbst, sondern auch deren Müttern zugute. "Schulkinder und betreute kleinere Kinder im Haushalt sind für geflüchtete Mütter offenbar eine Sprachlernressource", sagte sie.

Allerdings erschweren individuelle Lebensumstände den Lernprozess, wie es in der Studie weiter hieß. So berichteten Geflüchtete vom Pflegebedarf enger Verwandter oder der Verpflichtung, schnell Geld zu verdienen, um Verwandte zu unterstützen. Bei psychisch sehr belasteten Geflüchteten behinderten Traumatisierungen den Lernprozess oftmals so nachhaltig, dass vier Jahre nach der Flucht kaum Verbesserungen der Deutschkenntnisse erkennbar gewesen seien.

Lange Wartezeiten vor Beginn und zwischen den Kursen sowie ein eingeschränktes Lernangebot für Frauen mit kleinen Kindern und Analphabeten und Analphabetinnen erschwerten den Angaben zufolge den Zweitspracherwerb zusätzlich. "Sprachlernangebote sollten stärker auf die Lebensrealität der Geflüchteten ausgerichtet werden", forderte daher die Expertin Bernhard.