Erneute Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen

Erneute Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen

Erneut haben Gegner der Corona-Schutzmaßnahmen am Wochenende in mehreren deutschen Städten demonstriert. Bei den zum Teil unangemeldeten Protesten wurde laut Polizei häufig gegen Hygieneauflagen wie Abstandsregeln und Maskenpflicht verstoßen. Außer in Sachsen und Thüringen gab es größere Proteste in Hamburg und Frankfurt am Main. In Berlin versammelten sich trotz Verbots mehrere Hundert Anhänger der Querdenken-Szene.

In der Hauptstadt kam es bei einer Reihe häufig nicht angemeldeter Zusammenkünfte sowie Gegenprotesten am Samstag zu 58 Festnahmen. Zwei der 650 eingesetzten Polizisten wurden leicht verletzt. Der "Tagesspiegel" berichtete unter Berufung auf die Polizei von insgesamt 500 Teilnehmern. Die Schwerpunkte der Zusammenkünfte lagen im östlichen Innenstadtbereich, außerdem fuhr ein genehmigter Autokorso mit etwa 80 Fahrzeugen zum Rathaus Steglitz im Südwesten Berlins.

Die Berliner Versammlungsbehörde hatte die Demonstration "Unspaltbar - Nein zum Impfzwang" verboten und dies mit zu erwartenden Verstößen gegen die Infektionsschutzregeln begründet. Eine Polizeisprecherin bestätigte, dass auch ein Journalist attackiert wurde, laut Eigenbericht vom "Tagesspiegel". Ein Demonstrant soll laut Polizei versucht haben, dem 23-Jährigen das Mobiltelefon zu entreißen, es kam zu einer Rangelei. Der Angreifer wurde vorübergehend festgenommen, der Journalist blieb unverletzt. Der Berliner Geschäftsführer der Journalisten-Union bei ver.di, Jörg Reichel, sagte dem Blatt: "Wir machen uns große Sorgen, dass die Gewalt gegen Journalisten in den kommenden Monaten zunehmen wird."

Im sächsischen Freiberg, wo schon zu Wochenbeginn rund 700 Personen gegen die Corona-Schutzmaßnahmen demonstriert hatten, kam es am Wochenende erneut mehrfach zu Protesten. Am Freitagabend unterband die Polizei eine nicht angemeldete Versammlung. Am Samstag versammelten sich wiederum rund 150 Menschen. Die Polizei erstattete mehrere Strafanzeigen und 15 Ordnungswidrigkeitsanzeigen.

An der Bundesstraße 6 im sächsischen Oschatz demonstrierten etwa 50 Personen mit Corona-kritischen Transparenten und Fahnen. Für parteiübergreifende Empörung sorgte ein Fackelaufmarsch mutmaßlich rechtsextremer Gegner der Corona-Schutzmaßnahmen am Freitagabend vor dem Wohnhaus der sächsischen Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) nahe Grimma.

Die Polizei in Thüringen meldete am Samstag aus mehreren Städten größere Protestversammlungen, darunter Greiz und Eisenach. Laut MDR kamen in Greiz etwa 1.500 und in Eisenach etwa 500 Personen zusammen.

Auch in Hamburg und Frankfurt am Main gingen am Samstag Gegner der Corona-Maßnahmen auf die Straße. In der Hansestadt beteiligten sich laut Polizei rund 5.100 Menschen an einer Demonstration, deutlich mehr als erwartet. Angemeldet waren etwa 2.000 Demonstrierende. Der Protestzug sei friedlich verlaufen, hieß es.

In Frankfurt/Main löste die Polizei zwei Kundgebungen mit insgesamt mehr als 2.000 Teilnehmenden wegen Verstößen gegen Auflagen wie Abstandsregeln und Maskenpflicht auf. Im Anschluss kam es zu Rangeleien, die Polizei meldete elf Festnahmen.