Linke: Immer mehr Heimbewohner auf Sozialhilfe angewiesen

Linke: Immer mehr Heimbewohner auf Sozialhilfe angewiesen

In Deutschland sind nach Darstellung der Linkspartei immer mehr Bewohner von Pflegeheimen auf Sozialhilfe angewiesen, um die Heimkosten tragen zu können. Die Zahl sei binnen eines Jahres um 5,4 Prozent auf 336.580 im Jahr 2020 gestiegen, erklärte die Linksfraktion im Bundestag am Sonntag unter Berufung auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Hauptgrund seien die weiter steigenden Eigenanteile.

"Das Pflegeheim wird immer mehr zur Armutsfalle", sagte Fraktionschef Dietmar Bartsch dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland". Der durchschnittliche Eigenanteil für einen Pflegeheim-Platz liegt derzeit bei 2.215 Euro im Monat. Bartsch kritisierte, dass die künftige Ampel-Koalition lediglich vereinbart habe, die noch von der großen Koalition verabschiedete Pflegereform zu beobachten und zu prüfen.

Im Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP heißt es: "Wir werden in der stationären Pflege die Eigenanteile begrenzen und planbar machen. Die zum 1. Januar 2022 in Kraft tretende Regelung zu prozentualen Zuschüssen zu den Eigenanteilen werden wir beobachten und prüfen, wie der Eigenanteil weiter abgesenkt werden kann."

Bartsch fordert: "Wir brauchen eine große Pflegereform mit einer drastischen Reduzierung der seit Jahren explodierenden Eigenanteile." Richtschnur sollten die durchschnittlichen Renten sein.