Myanmar: Mindestens fünf Tote bei neuen Protesten gegen Militärregime

Myanmar: Mindestens fünf Tote bei neuen Protesten gegen Militärregime

Bei neuen Protesten gegen das Militärregime in Myanmar sind in der früheren Hauptstadt Yangon mindestens fünf Menschen getötet und etliche weitere verletzt worden. Das berichteten am Sonntag das Nachrichtenportal "Myanmar Now" und weitere Medien unter Berufung auf Augenzeugen.

Auf einem Video war zu sehen, wie ein Fahrzeug von hinten in die Gruppe der Demonstrierenden raste. Die Soldaten, die den Wagen steuerten, hätten in die Menge gefeuert und Jagd auf Regimegegner gemacht, hieß es den Berichten weiter. Mindestens 15 Personen wurden verhaftet. Laut dem Nachrichtenportal "Irrawaddy" gab es in Yangon trotzdem wenig später eine weitere Kundgebung.

Seit dem Putsch vom Februar versinkt das südostasiatische Land im Chaos. Laut der Gefangenen-Hilfsorganisation AAPP wurden in den vergangenen zehn Monaten mindestens 1.300 Menschen bei Protesten getötet und mehr als 10.680 Personen festgenommen. Dazu gehört auch die gestürzte De-Facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi. Die Junta legt Suu Kyi ein Dutzend verschiedener Vergehen zur Last, darunter "Anstiftung zum Aufruhr".

Menschenrechtler kritisieren die Gerichtsprozesse als politisch motiviert. Gegen fast 2.000 weitere Personen erließ das Regime Haftbefehle, allerdings konnten die Betreffenden untertauchen. Neben friedlichen Protesten gibt es immer mehr bewaffneten Widerstand. Zunehmend kämpfen auch lokale Gruppierungen, sogenannte "Volksverteidigungskräfte" gegen die Truppen der Junta.