Misereor dringt auf Ende klimaschädlicher Subventionen

Misereor dringt auf Ende klimaschädlicher Subventionen

Die Hilfsorganisation Misereor ruft die künftige Bundesregierung dazu auf, klimaschädliche Subventionen abzuschaffen. So könnten allein Reformen des Dienstwagenprivilegs und der Steuervergünstigung auf Diesel bis zu 9,5  Millionen Tonnen CO2 pro Jahr einsparen, heißt es in der am Samstag veröffentlichte Studie "Auswirkungen umweltschädlicher Subventionen in Deutschland auf den Globalen Süden" des katholischen Hilfswerks und des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS).

Diese Reduzierung entspreche in etwa den jährlichen Emissionen des Senegals (9,8 Millionen Tonnen). Uganda stoße sogar nur 5,3 Millionen Tonnen pro Jahr aus und die Demokratische Republik Kongo 2,3 Millionen Tonnen. "Die Reform von nur zwei deutschen umweltschädlichen Subventionen leistet rechnerisch denselben Klimaschutzbeitrag, wie die Klimaneutralität ganzer Volkswirtschaften", erklärte Misereor-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel.

Carolin Schenuit, geschäftsführende Vorständin beim FÖS, sprach von einem "blinden Fleck der deutschen Finanzpolitik". Die Organisationen forderten von der neuen Bundesregierung, eine sozial-ökologische Mobilitätswende und eine klimagerechte Landwirtschaft zu fördern. In beiden Sektoren habe es bisher zu wenig Emissionsminderung gegeben.

Neben dem CO2-Ausstoß begünstige das Dienstwagenprivileg auch über eine gesteigerte Autoproduktion den Ressourcenverbrauch, kritisierte Misereor. Zu den Folgen zählten etwa in Südamerika und Afrika neben Umweltverschmutzung und massivem Flächenverbrauch auch die Verletzung von Menschenrechten sowie Gesundheitsschäden für die Bevölkerung.