"Wellenbrecher" ist Wort des Jahres

"Wellenbrecher" ist Wort des Jahres
Begriffe "SolidAHRität" und "Pflexit" auf Plätzen zwei und drei
Die Corona-Pandemie hat auch in diesem Jahr die Suche nach den Wörtern des Jahres dominiert. Doch die Hochwasserkatastrophe im Sommer hinterließ ebenfalls sprachliche Spuren.

"Wellenbrecher" ist das Wort des Jahres 2021. Es stehe für alle Maßnahmen, um die vierte Corona-Welle zu stoppen, erklärte die Jury der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) am Freitag in Wiesbaden. Auf den zweiten Platz kam "SolidAHRität" und auf den dritten "Pflexit". Im vergangenen Jahr war "Corona-Pandemie" zum "Wort des Jahres" gekürt worden, 2019 "Respektrente".

Das aus Küstenschutz und Schiffbau bekannte Wort "Wellenbrecher" habe durch das auch 2021 beherrschende Corona-Thema eine Reihe von neuen Bedeutungen angenommen, erläuterte der Vorsitzende der Sprachgesellschaft, Peter Schlobinski. "Es stand unter anderem für Maßnahmen gegen Covid-19, für den Zeitraum, in dem solche Maßnahmen gelten sollen, und auch für eine Person, die sich nach ihnen richtet."

Mit der besonderen Schreibweise "SolidAHRität" (Platz 2) wurde auf die Flutkatastrophe vom Juli in Westdeutschland, besonders im Ahrtal, Bezug genommen. Die Wortkreuzung aus Solidarität und dem Flussnamen Ahr sei ursprünglich der Name einer Hilfsaktion für hochwassergeschädigte Winzer gewesen, sagte Schlobinski. Sie sei aber auch kennzeichnend für die große Spenden- und Hilfsbereitschaft weit über die betroffene Region hinaus.

Das auf Platz drei gesetzte Wort "Pflexit", nach dem Vorbild von Grexit oder Brexit gebildet aus Pflege und Exit, habe im sogenannten Pflegenotstand einen ernsten Hintergrund, erklärte der Vorsitzende der GfdS: Immer öfter verließen Pflegekräfte meist wegen harter Arbeitsbedingungen und schlechter Bezahlung ihren Beruf. Der "Pflegeausstieg" könne zu einem ernsten gesellschaftlichen Problem werden.

Auf die weiteren Plätze setzte die Jury die Begriffe Impfpflicht (4), Ampelparteien (5), Lockdown-Kinder (6), Booster (7), freitesten (8), Triell (9) und "fünf nach zwölf" (10).

Wie schon 2020, so habe auch in diesem Jahr die Corona-Pandemie die Wahl der Wörter des Jahres dominiert, betonte Schlobinski. Von den rund 2.250 eingesendeten Begriffen stammten rund 700 aus dem Themenfeld Corona. "Dass fünf von zehn Wörtern der Liste einen direkten Corona-Bezug haben, rückt deutlicher als jede Einzelplatzierung in den Blick, wie stark auch das Jahr 2021 von der Pandemie geprägt war", sagte der GfdS-Vorsitzende.

Die Jury wird gebildet aus dem Hauptvorstand der Sprachgesellschaft sowie den wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Sie suchen nicht nach den am häufigsten verwendeten Ausdrücken, sondern wählen solche, die das zu Ende gehende Jahr in besonderer Weise charakterisieren.

Die GfdS gibt die "Wörter des Jahres" seit 1977 regelmäßig bekannt. Mit ihnen werden Begriffe und Wendungen gekürt, die das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben eines Jahres sprachlich in besonderer Weise bestimmt haben.