Soziologin: Familien werden noch immer nicht ausreichend unterstützt

Soziologin: Familien werden noch immer nicht ausreichend unterstützt

Familien werden aus Sicht der Bremer Soziologin Sonja Bastin in der fortlaufenden Corona-Krise noch immer nicht ausreichend unterstützt. "Insgesamt hängen Familien wieder in der gleichen misslichen Lage wie seit über anderthalb Jahren", sagte Bastin dem Bremer "Weser-Kurier" (Freitag). "Es müsste darum gehen, das verletzliche Betreuungssystem von Kitas und Schulen sicher aufrechtzuerhalten, indem man andernorts die Infektionen senkt." Um das zu erreichen, hätten die Impfungen für Erwachsene viel drastischer vorangetrieben werden müssen.

"Eine echte Test- und Homeofficepflicht hätte man schon vor Monaten einführen können", kritisierte Bastin, die am Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik der Universität Bremen arbeitet. Stattdessen würden schon wieder Sportangebote für Kinder abgesagt, während die Erwachsenen weiter Sport trieben. Eltern erlebten keine echte Priorisierung von Kitas und Schulen.

Im Gegensatz zu Corona-Hilfsprogrammen etwa für die Wirtschaft habe es für Familien keine kreativen Unterstützungsprogramme des Staates gegeben. Dabei müsse klar sein, dass die Gesellschaft sich beteilige, um Familien zu unterstützen, wenn Schulen geschlossen würden. Das könne etwa über ein Gutscheinsystem für Haushaltshilfen oder einen Mittagstisch für Familien in Restaurants geschehen.