Spahn: Neue Corona-Vorgaben umsetzen und kontrollieren

Spahn: Neue Corona-Vorgaben umsetzen und kontrollieren

Der scheidende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat an die Bundesländer appelliert, die am Donnerstag vereinbarten strengeren Corona-Regeln konsequent anzuwenden. Die Entscheidung sei spät gekommen, immerhin sei sie jetzt aber getroffen, sagte Spahn am Freitag in Berlin: "Jetzt geht es darum, die Vorgaben umzusetzen, zu kontrollieren und sie auch, so schwer es manch einem in seinem Alltag fällt, zu akzeptieren."

Bund und Länder hatten am Donnerstag weitere Einschränkungen vor allem für Ungeimpfte beschlossen. Menschen, die weder gegen das Coronavirus geimpft noch von Covid-19 genesen sind, sollen künftig keinen Zugang mehr zu Kultur- und Freizeiteinrichtungen erhalten. Auch der Einzelhandel soll - unter Ausnahme von Geschäften mit Waren des täglichen Bedarfs - in Regionen mit hohen Infektionszahlen die sogenannte 2G-Regel anwenden.

Spahn geht nach eigenen Worten davon aus, dass die Krankenhäuser ein schlimmes Weihnachten erleben. Die Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen werden die Zahl 5.000 deutlich übersteigen. Derzeit sind es rund 4.800. Die Lage auf den Intensivstationen werde "rund um Weihnachten ihren traurigen Höhepunkt erreichen", sagte Spahn.

Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, warnte davor, die in dieser Woche in einigen Regionen gesunkene Fallzahl als Trendumkehr zu interpretieren. Dafür sei es zu früh, sagte er. In einigen Regionen zeigten strengere Maßnahmen tatsächlich Wirkung. In anderen seien niedrigere Fallzahlen aber darauf zurückzuführen, dass die Kapazitäten erschöpft seien. Labore und Gesundheitsämter kämen mit Testen und Melden nicht mehr hinterher, sagte er. Laut den Meldezahlen sei derzeit ein Prozent der Bevölkerung akut mit Corona infiziert. Der tatsächliche Wert sei vermutlich aber wesentlich höher.

Am Freitagmorgen meldete das RKI für die zurückliegenden 24 Stunden 74.352 Neuinfektionen. Die Sieben-Tage-Inzidenz bundesweit stieg damit auf den Wert von 442,1, nachdem sie an den Vortagen leicht gesunken war. 390 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus, womit sich die Zahl der Corona-Toten in Deutschland auf 102.568 erhöhte.