Online-Veranstaltung erinnert an Deportationen nach Minsk

Online-Veranstaltung erinnert an Deportationen nach Minsk

Das Internationale Bildungs- und Begegnungswerk Dortmund (IBB) und die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas (Berlin) erinnern mit einer Gedenkveranstaltung an den Beginn der Deportationen aus Westeuropa nach Minsk vor 80 Jahren. Bei der Online-Veranstaltung am 9. Dezember soll es zudem um Möglichkeiten einer digitalen Erinnerungsarbeit gehen, wie das IBB am Donnerstag in Dortmund ankündigte. Unter anderem werde erstmals die virtuelle Version der Wanderausstellung "Vernichtungsort Malyj Trostenez. Geschichte und Erinnerung" vorgestellt.

Die Schau erzählt den Angaben zufolge die Geschichte des in Westeuropa immer noch wenig bekannten Vernichtungsortes Malyj Trostenez in Belarus anhand von sieben beispielhaft ausgewählten Biografien. "Mit der virtuellen Version möchten wir die Inhalte der Wanderausstellung für die schulische und außerschulische Bildungsarbeit in Belarus, Deutschland und anderen Ländern dauerhaft zugänglich machen", erklärte IBB-Geschäftsführerin Astrid Sahm. Die virtuelle Ausstellung solle in deutscher, englischer, belarussischer und russischer Sprache auf der aktuell im Aufbau befindlichen Website www.trostenez.org veröffentlicht werden.

Mit-Gastgeber der Gedenkveranstaltung sind die Internationale Bildungs- und Begegnungsstätte "Johannes Rau" und die Geschichtswerkstatt "Leonid Lewin" in Minsk. Teilnehmer sind der Historiker Christoph Rass von der Universität Osnabrück, Natalja Jazkewitsch vom Museum des Großen Vaterländischen Krieges in Minsk und die belarussische Historikerin Iryna Kashtalian. Zudem sollen Zeitzeuginnen und Zeitzeugen zu Wort kommen.

Im November 1941 hatten die ersten Deportationen von Jüdinnen und Juden aus Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Köln und weiteren Städten nach Minsk begonnen. Bis zur Auflösung des Minsker Ghettos am 23. Oktober 1943 gab es mehrere Massenerschießungen. Von 1942 an wurden Deportationszüge direkt zum Vernichtungsort Malyj Trostenez geleitet. Die Zahl der Opfer dort wird auf 60.000 bis 206.500 geschätzt.