Sachsenhausen-Prozess fortgesetzt

Sachsenhausen-Prozess fortgesetzt

Der Prozess gegen einen 101-jährigen ehemaligen KZ-Wachmann vor dem Landgericht Neuruppin ist am Donnerstag fortgesetzt worden. Am 13. Verhandlungstag sollte unter anderem ein Historiker als Sachverständiger weiter über das KZ-System im Nationalsozialismus und speziell über das KZ Sachsenhausen informieren. Hier soll der Angeklagte Josef S. zwischen Oktober 1941 und Februar 1945 als SS-Wachmann eingesetzt worden sein.

Wegen des Gesundheitszustandes des Angeklagten ist die Verhandlung nach Brandenburg an der Havel verlegt worden. Der Hochbetagte ist nur wenige Stunden am Tag verhandlungsfähig. (AZ: 11 Ks 4/21)

Josef S. muss sich wegen Beihilfe zum grausamen und heimtückischen Mord in 3.518 Fällen verantworten. Es geht um die Erschießung sowjetischer Kriegsgefangener, die Ermordung von Häftlingen durch Giftgas und um die Tötung von Häftlingen durch die Schaffung und Aufrechterhaltung von lebensfeindlichen Bedingungen.

Josef S. streitet eine Schuld bisher ab. Sein Anwalt hat eine Erklärung des Angeklagten im Laufe des Verfahrens in Aussicht gestellt.