Organisationen für Aufnahme von Migranten aus polnischem Grenzgebiet

Organisationen für Aufnahme von Migranten aus polnischem Grenzgebiet

In einem offenen Brief an die geschäftsführende Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) haben etwa 30 Flüchtlingsorganisationen die sofortige Aufnahme von Migranten aus dem polnisch-belarussischen Grenzgebiet gefordert. Mehr als 13 Menschen, darunter Minderjährige, hätten bereits ihr Leben verloren, erklärten die Unterzeichner in dem am Mittwoch veröffentlichten Schreiben. Zu den regionalen und überregionalen Unterzeichnern gehören unter anderen die Kindernothilfe, Pro Asyl, Medico International und Seebrücke, wie der Flüchtlingsrat NRW in Bochum mitteilte.

Die Menschen in den Wäldern an der belarussisch-polnischen Grenze kämpften um ihr nacktes Überleben, medizinische und humanitäre Hilfen würden ihnen verwehrt, hieß es in dem Brief an Merkel. Die Bundesregierung sei Teil dieses Konflikts.

Die Unterzeichner erinnerten an die Zustände auf den griechischen Inseln, wo seit Jahren Menschen an einem freien Leben gehindert würden, "weil die EU in ihrer Migrationspolitik immer weiter auf Abgrenzung und Abschottung statt auf Solidarität setzt". Menschenrechte und die Genfer Flüchtlingskonvention würden mit Füßen getreten. Die Menschen hätten Anspruch auf reguläre Asylverfahren.

Die Organisationen und Initiativen appellierten an Merkel: "Nutzen Sie Ihre verbleibende Zeit im geschäftsführenden Amt, setzen Sie sich mit allen Mitteln für die sofortige Aufnahme der Geflüchteten im Grenzgebiet Polen-Belarus nach Deutschland ein. Zeigen Sie, dass Ihre Haltung 2015 echt gewesen ist!"