Honduras vor Machtwechsel

Honduras vor Machtwechsel

Zwei Tage nach den Präsidentschaftswahlen in Honduras hat der Kandidat der regierenden Partido Nacional (PN), Nasry Asfura, den Sieg der oppositionellen Bewerberin Xiomara Castro anerkannt. Er sei zu ihr nach Hause gegangen und habe sie persönlich beglückwünscht, erklärte Asfura in einem Video, das am Dienstag (Ortszeit) veröffentlicht wurde.

Auch die US-Regierung erkannte den Sieg der Kandidatin der linken Libre-Partei an. "Wir hoffen, dass wir gemeinsam für die Stärkung demokratischer Institutionen und das Wachstum der Wirtschaft arbeiten und gegen die Korruption kämpfen werden", schrieb US-Außenminister Antony Blinken auf Twitter.

Angaben des Nationalen Wahlrats zufolge kann Castro nach Auszählung von etwas mehr als der Hälfte der am Sonntag abgegebenen Stimmen mehr als 54 Prozent der Stimmen für sich verbuchen, während Asfura nur 34 Prozent erhielt. Offiziell wurde Castros Sieg noch nicht bestätigt. Sie würde als erste Frau das oberste Staatsamt in Honduras übernehmen. Sie ist die Ehefrau des ehemaligen Präsidenten Manuel Zelaya, der 2009 aus dem Amt geputscht worden war. Sollte sie Präsidentin werden, würde sie der zwölfjährigen Herrschaft der PN ein Ende setzen.

Seit 2014 wird Honduras von Staatschef Juan Orlando Hernández regiert. Der Politiker steht wegen seines repressiven Vorgehens gegen Oppositionelle in der Kritik. Ihm wird auch vorgeworfen, mit der Drogenmafia zu kooperieren. Honduras befindet sich in einer katastrophalen wirtschaftlichen Situation. Hunderttausende sind wegen fehlender Arbeitsmöglichkeiten, Hunger und Gewalt Richtung USA geflüchtet.