Grütters: Zu wenige Spitzenjobs für Frauen in Kreativbranche

Grütters: Zu wenige Spitzenjobs für Frauen in Kreativbranche

Die scheidende Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) sieht Frauen auch in der Kreativbranche in Führungspositionen noch unterrepräsentiert. Ihrem Ruf und ihrem Selbstverständnis als gesellschaftliche Avantgarde mache die Kreativbranche wahrlich keine Ehre, erklärte Grütters in einem Gastbeitrag für die Berliner "tageszeitung" (Dienstag). Dies setze sich fort "bei der Vergabe von Preisen und Fördermitteln oder bei ihrer Bezahlung auf der Bühne, am Filmset oder auf dem Kunstmarkt".

Zugleich widersprach sie dem Vorwurf, sie habe in ihrer Amtszeit alle Positionen im Kulturbereich mit Männern besetzt. "Die Liste der unter meiner Ägide benannten Spitzen-Frauen ist zu lang, um sie hier aufzuzählen", betonte die CDU-Politikerin: "Mit der Direktorin des Jüdischen Museums Hetty Berg, der Berlinale-Geschäftsführerin Mariette Rissenbeek und der Direktorin der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung Gundula Bavendamm seien aber nur drei Persönlichkeiten genannt, die gerade in Berlin im Rampenlicht stehen", schrieb Grütters.

Sie habe sich zudem "von der ersten Stunde an" etwa für die Gleichstellungsinitiative Pro Quote engagiert. Sämtliche Gremien der Beauftragten für Kultur und Medien seien mittlerweile paritätisch besetzt. "Wir haben ein 'Projektbüro Frauen in Kultur und Medien' beim Deutschen Kulturrat eingerichtet mit Mentoringprogramm für weiblichen Führungsnachwuchs", schreibt Grütters. Für Betroffene sexueller Übergriffe in Kultur und Medien sei die Vertrauensstelle "Themis" gegründet worden.