Caritas fordert humanitäre Aufnahme von Belarus-Flüchtlingen

Caritas fordert humanitäre Aufnahme von Belarus-Flüchtlingen

Die Caritas fordert Deutschland und alle Mitgliedsländer der EU auf, besonders gefährdete Personen wie Familien mit Kindern, Menschen mit Behinderung und schwangere Frauen aus dem belarussischen Grenzgebiet umgehend aufzunehmen. "Im Arbeitsprogramm der neuen Bundesregierung gibt es hierfür vielversprechende Ansätze wie eine Erhöhung der Kontingente für Resettlement und humanitäre Aufnahme", sagte Caritas-Präsidentin Eva Maria Welskop-Deffaa am Dienstag in Berlin: "An der Grenze zwischen Belarus und Polen haben wir es eindeutig mit einer humanitären Notlage zu tun."

Unterdessen weitete die katholische Organisation nach eigenen Angaben ihre Hilfe vor Ort aus. Sowohl die Caritas Belarus als auch die Caritas Polen versorgten die gestrandeten Migranten mit Verpflegung, warmer Kleidung, Schlafsäcken und Hygieneartikeln, hieß es. In Polen seien dafür in Zusammenarbeit mit Pfarrgemeinden an 16 Orten sogenannte "Zelte der Hoffnung" aufgebaut worden. Sie stehen den Angaben nach in der Nähe der sogenannten "Roten Zone", einem etwa drei Kilometer breiten, vom polnischen Militär abgesperrten Streifen entlang des polnischen Grenzgebietes.

In Belarus verteilt die Caritas Lebensmittelpakete an rund 2.000 Menschen, die in einer vom Staat dafür freigeräumten Lagerhalle provisorisch untergekommen sind, wie es weiter hieß. Noch immer könnten jedoch die Menschen in der "Roten Zone" nicht versorgt werden.

Die deutsche Caritas forderte, dass Hilfsorganisationen auch Zugang zur "Roten Zone" bekommen und den Geflüchteten die Möglichkeit gewährt wird, in einem geregelten Verfahren Asyl zu beantragen: "Nur der ungehinderte Zugang für humanitäre Hilfsorganisationen in das abgesperrte Grenzgebiet verhindert, dass weitere Hilfesuchende sterben", sagte Welskop-Deffaa. Mindestens 13 Menschen seien nach offiziellen Angaben im Wald zwischen Polen und Belarus bereits an Hunger, Kälte und Erschöpfung gestorben.