Wohlfahrtsverbände bewerten Koalitionsvertrag positiv

Wohlfahrtsverbände bewerten Koalitionsvertrag positiv

Der von SPD, Grünen und FDP vorgelegte Koalitionsvertrag stößt auf ein positives Echo der Sozialverbände. Es fänden sich ambitionierte Schritte zu einer gerechteren und nachhaltigeren Gesellschaft, sagte Diakonie-Präsident Ulrich Lilie, der derzeit auch Präsident der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege ist, am Montag in Berlin. Der Wille zu einem gerechten Generationsvertrag sei erkennbar, sagte er.

Lilie verwies insbesondere auf die Herausforderungen in der Pflege. Er begrüßte, dass die Ampel-Koalition die Eigenanteile für die stationäre Pflege begrenzen und die Personalschlüssel verbessern will. Der Vorstandsvorsitzende der AWO, Jens Schubert, lobte den Plan, die Leistungen für Kinder zu bündeln und eine Kindergrundsicherung einzuführen, um gegen Kinderarmut anzugehen. Es sei beschämend, dass jedes fünfte Kind in Deutschland in Armut aufwachse, sagte er. Die Einführung würden die Wohlfahrtsverbände kritisch begleiten, sagte er. Der Koalitionsvertrag nenne ja noch keine Höhe für die Kindergrundsicherung.

Die Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes, Gerda Hasselfeldt, betonte, die Wohlfahrtsverbände blieben auch für die neue Bundesregierung "verlässliche Partner". Sie hob hervor, dass sich die Koalition vor allem um den Fachkräftemangel in der Pflege, dem Gesundheits- aber auch dem Sozialwesen insgesamt kümmern müsse. Zur Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege gehören Diakonie, Caritas, AWO, DRK, der Paritätische Gesamtverband und die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland.